Jordi Savall. Foto: www.northcountrypublicradio.org

Jordi Savall. Foto: www.northcountrypublicradio.org

Ein Wochenende mit Jordi Savall

Ein Wochenende lang, am Samstag, 21. Januar, und am Sonntag, 22. Januar 2017, rückt die Alte Oper Frankfurt den Musiker und Musikentdecker Jordi Savall in den Fokus und stellt in drei Konzerten das vielfältige Schaffen des Gambisten und seiner Ensembles vor.

Seit mittlerweile 50 Jahren bereichert der katalanische Gambist Jordi Savall die Welt der Alten Musik, indem er in Vergessenheit geratene musikalische Schätze ausgräbt und Querverbindungen zwischen verschiedensten Kulturen aufdeckt.

Was erklang quer durch Europa zwischen 1500 und 1700 in den Höfen, Kirchen und bürgerlichen Salons, fragt Savall im ersten dieser drei Konzerte am Samstag, 21. Januar 2017, um 18.00 Uhr im Mozart Saal der Alten Oper – und gibt die Antwort mit Gambenmusik aus Italien, England, Spanien, Portugal, Frankreich und Deutschland. Gemeinsam mit seinem Ensemble Hespèrion XXI zeigt Savall, wie sich aus verschiedenen nationalen Stilen allgemeingültige Formmodelle entwickelten, die in ganz Europa aufgenommen wurden: die deutsche Allemande und die französische Courante, die spanische Sarabande und der englische Jig. Werke von John Dowland, Juan Cabanilles, Samuel Scheidt, Luigi Rossi und anderen geben Zeugnis von der musikalischen Vielfalt unseres Kontinents, von Gemeinsamkeiten und Eigenheiten.

Jordi Savall zählt zu den Exponenten der Alten Musik und der so genannten Historischen Aufführungspraxis. Gemeinsam mit Historikern, Musikwissenschaftlern, Dichtern, Anthropologen und Philosophen entwickelt er seine Projekte, die von einer großen Neugierde auf unterschiedliche Musik-Stile und von der Lust auf musikalische Entdeckungen künden. In seinen Konzerten zieht Savall immer wieder auch Musiker anderer Kulturen hinzu, um sich auf authentische Art und Weise an andere musikalische Traditionen annähern zu können. Im Kern seines Schaffens steht jedoch die Arbeit mit seinen eigenen Formationen: dem 1974 gegründeten Ensemble Hespèrion XXI (zunächst noch Hespèrion XX), das ein besonderes Augenmerk auf die frühe Musik der iberischen Halbinsel legt, und die 1987 gegründete Capella Reial de Catalunya, die sich auf die Interpretation mittelalterlicher geistlicher Musik fokussiert.