Lakecia Benjamin and Soul Squad. Foto: Frank Rasimowitz

Lakecia Benjamin and Soul Squad. Foto: Frank Rasimowitz

Eine Jazzwoche, die zufrieden macht

Bei der 48. Internationalen Jazzwoche Burghausen verzeichneten die Veranstalter einen neuen Besucherrekord. Beim Festival wurde die 42. Bronzeplatte in der Street of Fame enthüllt: zu Ehren von Ron Carter.

Die Street of Fame in den Grüben war am Sonntag bei herrlichem Wetter mit Jazzwochenbesuchern und Ausflüglern gefüllt, als die Palette zu Ehren eines großen Jazzers eingeweiht wurde. Ron Carter war bereits drei Mal bei der Jazzwoche zu Gast: 1981, 2006 und 2016. „Er ist der größte lebende Kontrabassist unserer Zeit“, sagt Prof. Joe Viera. Bei seinen letzten Besuchen habe er auch für die Jazzkurse im Mautnerschloss gewonnen werden können. „Er ist nämlich auch ein hervorragender Pädagoge, der sich um jeden Schüler individuell bemüht“, weiß Prof. Joe Viera, der als Mitbegründer der Burghauser Jazzwoche gilt.

Viera erzählte vor Journalisten und vielen Passanten einige Anekdoten zu Ron Carter. „Als er einmal zum Kurs da war, hat er sich erkältet und in der Apotheke mit Medikamenten eingedeckt. Ich habe ihm dann im Mautnerschloss die Packungsbeilagen Satz für Satz übersetzen müssen.“ Weiter sagte Viera, dass er es sich sehr wünsche, Ron Carter bald wieder in Burghausen zur Jazzwoche begrüßen zu können.

Die Street of Fame wurde 1999 begründet. Die erste Platte wurde zu Ehren von Ella Fitzgerald vor dem Mautnerschloss, in dem sich der Jazzkeller befindet, verlegt. Die Platte bestand damals noch aus einer anderen Legierung. „Hier haben wir lernen müssen. Die ersten beiden Platten sind nämlich verrostet und mussten ausgetauscht werden. Das passiert uns heute nicht mehr“, sagt der erste Vorsitzende der IG Jazz, Herbert Rißel.

Für den Ersten Bürgermeister Hans Steindl ist die Street of Fame in den Burghauser Grüben mehr als ein Touristenmagnet. „Sie verbindet den Stadtplatz, den Stadtsaal, in dem die erste Jazzwoche stattfand, mit dem Jazzkeller in dem unzählige Stars der Jazzszene seit 1970 zu Gast waren“, so das Stadtoberhaupt. Ein interaktiver GPS-Jazz-Spaziergang erläutert via Smartphone die Hintergründe zu den Stars, die bereits mit einer Bronzeplatte verewigt sind. Unter anderem wurde Chick Corea, Bobby McFerrin, B.B. King, Chet Baker oder Count Basie diese Ehre zu Teil. Die Bronzeplatten werden im zweijährigen Turnus verlegt. Das bedeutet, dass zur 50. Jazzwoche 2019 die nächste Platte verlegt wird. Dann vielleicht wieder im Beisein des jeweiligen Stars.

Die diesjährige 48. Internationale Jazzwoche Burghausen glänzt durch einen absoluten Besucherrekord mit 8.600 Gästen, Jazznight und der Next Generation Day am Sonntagnachmittag nicht mitgerechnet. „Die Stimmung in der Stadt war großartig und etwas ganz besonderes“, unterstreicht Bürgermeister Steindl den Erfolg dieser Jazzwoche. Hier meldete sich bei der Enthüllung der Bronzeplatte eine begeisterte Besucherin zu Wort: „Nochmal vielen Dank an alle Ehrenamtlichen der IG Jazz, die das möglich machen. So etwas gibt es nur in Burghausen.“ Dem stimmten alle Anwesenden mit Applaus in der Street of Fame zu.