Monika Grütters (in rot) betrachtet das Bach-Manuskript. Foto: Andre Kowalski

Monika Grütters (in rot) betrachtet das Bach-Manuskript. Foto: Andre Kowalski

Eine Million Euro für echten Bach

In Anwesenheit der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, und der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, präsentierte sich das Bach-Archiv Leipzig in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund in Berlin.

 

 

Rund 200 geladene Gäste konnten sich über die aktuelle Arbeit der international vernetzten Stiftung mit ihrer renommierten Forschungseinrichtung und das Bachfest Leipzig informieren. Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation einer originalen Bach-Handschrift aus der Sammlung des Bach-Archivs. Der Ankauf des Partiturautographs der Kantate »O Ewigkeit, du Donnerwort« BWV 20 war dem Bach-Archiv Leipzig im Jahr 2016 dank Unterstützung zahlreicher öffentlicher und privater Förderer gelungen.

Staatsministerin Monika Grütters richtet sich mit einem Grußwort an die geladenen Gäste: »Die Musik Johann Sebastian Bachs hat bis heute eine erhebende Wirkung, und erhebend ist auch der Anblick der Handschrift: Das Original umgibt immer eine ganz eigene Aura – das Bewusstsein, dass ein Genie das Papier berührt, die Linien gezogen, die Tinte gemischt, die Noten geschrieben hat. Nicht nur wegen ihrer Vielschichtigkeit, sondern auch angesichts der wechselvollen Historie gehört die Original-Partitur der Kantate zu den Zeugnissen der herausragenden Musikgeschichte: Sie ist ein Meisterwerk!

Handschriftliche Nachlässe unserer Geistesgrößen gehören zu unserem kulturellen Gedächtnis. Sie geben Aufschluss über das Leben und Schaffen unserer Vorfahren, über Wege und Irrwege unserer Gesellschaft – und schließlich sind sie auch Impulse für die Zukunft. Dieses Vermächtnis zu bewahren, ist vornehme Pflicht einer Kulturnation wie Deutschland. Der Bund, der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig und die Kulturstiftung der Länder haben einmal mehr gezeigt, wie vertrauensvoll Bund, Länder und Kommunen seit vielen Jahren beim Ankauf national wertvollen Kulturguts zusammenarbeiten. Von einer engen Verbindung zu Bach und seiner Musik, aber auch von bürgerlichem Verantwortungsgefühl zeugt die eindrucksvolle Summe von rund einer Million Euro, die einmal mehr private Spender und Mäzene für den Ankauf gegeben haben.«

Für die musikalische Gestaltung der Veranstaltung sorgte das Pauliner Barockorchester unter Leitung des Leipziger Universitätsmusikdirektors David Timm. Unter anderem erklang ein Duett aus der ausgestellten Kantate »O Ewigkeit, du Donnerwort« BWV 20. Mit Geneviève Tschumi (Alt) und Raphael Höhn (Tenor) musizierten zwei Preisträger des XX. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs Leipzig 2016, der ebenfalls vom Bach-Archiv Leipzig im Auftrag der Stadt Leipzig ausgerichtet wird.

www.bach-leipzig.de

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