Sarah Maria Sun. Foto: Rüdiger Schestak

Sarah Maria Sun. Foto: Rüdiger Schestak

Eine Sommerwoche mit Musik

Mit vielen kleinen Residenzen unterschiedlicher Künstler möchten die sommerlichen Musiktage Hitzacker das Publikum zum Verweilen einladen - auch über Nacht.

Intendant Oliver Wille lädt in seiner zweiten Spielzeit Musiker wie Besucher ein, gleich mehrere Tage zu bleiben. Tatsächlich bilden einige Festivalkünstler kleine „Residenzen", sind in verschiedenen Zusammenhängen, mitunterschiedlichen Ideen und in einmaligen Konstellationen zu erleben. Das Festival findet vom 29. Juli bis 6. August 2017 stattund präsentiert sich ab heute auf sommerfrischer, neuer Website. Das Ensemble Resonanz, Jean-Guihen Queyras, Yura Lee, Markus Becker, Christianne Stotijn, die Quartette Ebène und Parker, Udo Samel, Eberhard Feltz, die Kissinger LiederWerkstatt, Martin Albrechts Scriabin Code und eine Installation mit 2464 chinesischen Spieldosen sind nur eine Auswahl dessen, worauf man gespannt sein darf.

Ein wesentlicher Teil des Programms wird aber auch Werke der großen Liedtradition feiern. Es soll ein Fest für das Kunstlied werden, ernsthaft, gleichwohl unakademisch und freudig. Dafür stehen auch die eingeladenen Sängerinnen und Sänger: Kimberly Boettger-Soller (Sopran), Caroline Melzer (Sopran), Sarah Maria Sun (Sopran) und Peter Schöne (Bariton).

Rebecca Saunders, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiert, wird sich als composer in residence in besonderer Vielfalt präsentieren. Ihre Klanginstallation Myriad entstand in Hongkong und Shanghai und wird, in Kooperation mit den Schwetzinger Festspielen, erstmals in Europa gezeigt. Prägende Komponisten der Gegenwart werden das Festival besuchen, viele Uraufführungen zu hören sein. Und es gibt erstmals Zeit und Gelegenheit, bei Proben und musikalischen Begegnungen dabei zu sein – den Hitzacker-typischen, lebendigen Austausch zwischen Künstlern und Publikum wird das zusätzlich befruchten.

„In Residenz" sind auch die jungen Musiker der festivaleigenen Akademie, die das Programm ausdrücklich mitgestalten und selbst vielfach in Erscheinung treten. Fast täglich um „Sieben nach Sieben" gibt es erneut die Pre-Concerts und Konzerteinführungen, denen man – bei freiem Eintritt – im Garten des VERDO lauschen kann; fast täglich auch das Chorsingen für alle, die selbst aktiv werden wollen. Kooperationen mit befreundeten Festivals (SWR Schwetzinger Festspiele, Kissinger Sommer, Bachwoche Ansbach) zeigen, wie wichtig den Sommerlichen Musiktagen Vernetzung ist. Durch sie lassen sich besondere Projekte verwirklichen, ebenso, wie sich imk ünstlerischen Miteinander einer Sommerresidenz Besonderes entwickeln, Einmaliges entstehen kann. Hitzacker, die malerische Fachwerkstadt inmitten der Elbauen, abseits der lärmenden Metropolen, erweist sich als der ideale Ort dafür.