Foto: heinrichschiff.com

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Eine starke musikalische Persönlichkeit

Heinrich Schiff ist tot. Das melden übereinstimmend zahlreiche Medien. Der österreichische Cellist und Dirigent wurde 65 Jahre alt und hinterlässt eine Diskographie mit wichtigen Aufnahmen.

Auf seiner Internetseite fällt die Fülle an Fotos auf: Von der Kindheit mit Blockflöte bis zu Aufnahmen, die vor einigen Jahren entstanden sind, ist das Leben mit der Musik, das Heinrich Schiff geführt hat, ausführlich dokumentiert.

Zu den "Exaltierten, manchmal auch positiv Hysterischen" zähle Schiff, schrieb Harald Eggebrecht in seinem Buch "Große Cellisten" und vereint ihn in einem Kapitel mit Siegfried Palm unter der Übeschrift "Was gibt's Neues?"

Das Neue war bei Schiff aber nicht nur unbedingt das kürzlich Komponierte. Obwohl im Standard-Repertoire tief verwurzelt war er immer offen; etwa für die Erkrenntnisse der historisch informierten Spielweise ebenso wie für Neues.

Klangvoll und pointiert, edel und doch von berstender Spannung war der Ton des Cellisten Heinrich Schiff. Als Dirigent brachte er es ebenfalls weit: Los Angeles Philharmonic, Münchner Philharmoniker, Philharmonia Orchestra oder die Sächsische Staatskapelle zählen zu den Klangkörpern, vor denen er den Takt angab.

Dank der vielen Aufnahmen als Cellist wird er vor allem als instrumentaler Virtuose in Erinnerung bleiben. Seine Cello-Konzerte von Schostakowitsch, seine Bach-Suiten und sein Cello-Part im Streichquintett von Schubert haben Maßstäbe gesetzt.