Riccardo Minasi. Foto: Drew Gardner

Riccardo Minasi. Foto: Drew Gardner

"Eines der größten Talente Europas"

Neuer Chefdirigent des Mozarteumorchesters in Salzburg ist Riccardo Minasi. Er tritt mit Beginn der neuen Spielzeit am 1. September offiziell die Nachfolge von Ehrendirigent Ivor Bolton an.

„Die Musiker des Mozarteumorchesters haben sich einstimmig für Riccardo Minasi als neuen Chefdirigenten ausgesprochen", verkündete Landeskulturrat Dr. Heinrich Schellhorn. „Wir alle sind begeistert, dass wir mit ihm eines der größten Talente Europas gewinnen konnten." Er unterstrich die große Entwicklung des Orchesters in der Periode Bolton zu einem Klangkörper, der „in der musikalischen Welt auf höchstem Niveau segelt" und gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass dieses Potenzial unter der neuen Führung noch weiter ausgebaut werde.

„Ich bin so glücklich über die Einladung der Musiker", äußerte der neue Chefdirigent Riccardo Minasi, der nicht nur als Maestro, sondern auch als Violinist und Musikologe große Aufmerksamkeit erregt und in historischer Aufführungspraxis ebenso versiert ist wie auf dem Terrain romantischer und zeitgenössischer Musik, und präsentierte voller Eifer seine dramaturgisch bestechenden Programme. Dazu zählt das feierliche Saisoneröffnungskonzert mit einem musikalischen Radius von Schostakowitschs Festouvertüre bis hin zu C. Ph. E. Bachs Magnificat, aber auch der vielversprechende amerikanische Konzertabend mit Neuem und bisher Ungehörtem aus der „Neuen Welt". Riccardo Minasi wird in der Saison 2017-2018 eine Sonntagsmatinee, drei Donnerstagskonzerte, das Jubiläumskonzert bei der Salzburger Kulturvereinigung und ein Konzert in der Mozartwoche dirigieren.

Orchesterdirektor Thomas Wolfram stellte im Anschluss die weiteren Konzertprogramme sowie Gastdirigenten und Künstler vor. Als einer der Saison-Höhepunkte hob er das Gastdirigat des bedeutenden Komponisten der polnischen Avantgarde, Krzysztof Penderecki, anlässlich seines 85. Geburtstages im Jahr 2018 hervor, bei dem er sein 2. Violinkonzert „Metamorphosen" mit der spanischen Geigerin Leticia Moreno als Solistin leiten wird. Besonders freue er sich auch über die Engagements der Dirigenten Jeffrey Tate und Peter Ruzicka sowie über die Vertiefung der Zusammenarbeit mit der jungen litauischen Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla und dem aus Griechenland stammenden Constantinos Carydis. Zur herausragenden Riege der Solisten gehören die Organistin Iveta Apkalna und die namhaften Pianisten Gianluca Cascioli und Till Fellner.

Neben Klassikern wie Mozarts legendärer „Großen g-Moll-Symphonie", der 7. Symphonie von Beethoven, der „Italienischen" von Mendelssohn Bartholdy und der „Achten" von Anton Bruckner bereichert das Mozarteumorchester im Jahr nach seiner Jubiläumssaison auch mit einer Reihe seltener aufgeführter Werke wie Wagners Faust-Ouvertüre, Liszts Faust-Symphonie oder der Orchesterfassung von Szymanowskis  arabischen „Liebesliedern des Hafis" das Salzburger Kulturangebot.