Partitur von "Oh Ewigkeit, du Donnerwort". Foto: Bach-Archiv Leipzig/Jens Schlüter

Partitur von "Oh Ewigkeit, du Donnerwort". Foto: Bach-Archiv Leipzig/Jens Schlüter

Einzelstimmen und Partitur wiedervereint

Mit einem Festakt wurde in Leipzig die Rückkehr der handschriftlichen Partitur der Kantate »O Ewigkeit, du Donnerwort« BWV 20 von Johann Sebastian Bach von Basel nach Leipzig gefeiert.

Mit dem Thomanerchor führte Johann Sebastian Bach als Thomaskantor das Werk "Oh Ewigkeit, du Donnerwort", erstmals am 11. Juni 1724 auf. Die Kantate eröffnet seinen zweiten Leipziger Jahrgang von Kirchenstücken. Die nun für die Sammlung des Bach-Archivs erworbene umfangreiche Partitur ist für die Erforschung der Schaffensweise und Revisionstätigkeit Bachs außerordentlich wertvoll.

Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: »Auf jeder Seite erkennen wir die konzentrierte, beständig nach der bestmöglichen Formulierung eines musikalischen Gedankens suchende Arbeitsweise des Komponisten. Das Studium der Handschrift regt dazu an, die Entstehungsgeschichte von Bachs Choralkantaten-Jahrgangs erneut zu durchdenken; sie hilft uns, Bachs Kunst besser zu verstehen.«

2014 bot die Paul Sacher Stiftung (Basel) dem Bach-Archiv Leipzig die Handschrift für 1,98 Millionen Euro exklusiv zum Kauf an. Im Dezember 2016 erwarb das Bach-Archiv Leipzig das Manuskript dank Unterstützung der Stadt Leipzig, des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, der Kulturstiftung der Länder, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig sowie privater Spender. Das ebenfalls im Bach-Archiv Leipzig aufbewahrte originale Aufführungsmaterial des Thomanerchores und die handschriftliche Partitur der Kantate sind dadurch nach 267 Jahren wieder in Leipzig vereint.


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