Konstantin Heuer. Foto: DEBUT Concerts GmbH/lifePR

Konstantin Heuer. Foto: DEBUT Concerts GmbH/lifePR

"Elementare Idee intimen Musizierens"

2018 ist wieder "Debut"-Jahr: Aus aller Welt kommen junge Opernsängerinnen und Opernsänger, die am 9. Klassik-Gesangswettbewerb dieses Namens teilnehmen. Pflicht: ein Lied des jungen Komponisten Konstantin Heuer.

Bevor die von einer Fachjury ausgewählten 45 jungen Frauen und Männer am 23. September in die Wettbewerbswoche des internationalen Sängerwettstreits in Weikersheim und Bad Mergentheim starten, gibt es am Sonntag, 16. September um 11 Uhr eine Matinée. Im kleinen Kursaal in Bad Mergentheim steht dann unter dem Motto „Gesang! Gestern – Heute – Morgen“ das Lied an sich im Vordergrund.

Auf dem Podium sitzen Enrico Calesso, Generalmusikdirektor Mainfranken Theater Würzburg, und Komponist Konstantin Heuer, der das Gedicht „Die Liebe“ von Else Lasker-Schüler vertont hat, das jeder Wettbewerbsteilnehmer zu Gehör bringen muss. Moderiert wird die Gesprächsrunde, an der sich das Publikum beteiligen kann, von Prof. Ulrich Konrad (Lehrstuhl für Musikwissenschaft an der Universität Würzburg). Der Experte für die europäische Musik des 17. bis 20. Jahrhunderts möchte anregen, das Singen als „Grundausstattung“ des Menschen aus verschiedenen Blickwinkeln der Historie und Ästhetik zu betrachten. Bei der Matinée soll auch herausgearbeitet werden, was es für die Gegenwart bedeutet, zu singen und sich hörend Gesang auszusetzen.

„Im Lied verwirklicht sich eine elementare Idee intimen Musizierens“, erklärt Prof. Konrad. Meist versgebundene Sprachtexte würden sich in ihrer strukturellen wie inhaltlichen Vielfalt und musikalischen Gestaltungsweise wechselseitig befruchten, was in der Regel auf dem Klavier verwirklicht wird. Und die Faszination sei ungebrochen: „Seit über 200 Jahren stellen sich Komponisten, Sänger und Pianisten der Herausforderung, aus der Begegnung von Wort und Ton einen Mehrwert entstehen zu lassen: Das Ganze eines Liedes ergibt sich im Idealfall aus mehr als nur der Summe seiner Teile“, meint der Musikwissenschaftler. Die Zeitgenossenschaft des Liedes bedeute immer Teilhabe an den Fühl-, Denk- und Ausdrucksweisen der jeweiligen Gegenwart, in der das Lied entsteht. Da das Lied als eine sehr komplexe und empfindliche Gattung in diesem Sinne also nicht einfach da sei, sondern immer wieder neu entstehen müsse, könne man das Lied als eine Art von Lebensvollzug verstehen.

„Singen hat in erster Linie mit Atmen zu tun“, macht Konrad deutlich. Der bereits 2002 von Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein SE, initiierte Gesangswettbewerb Debut ermutige einerseits junge Sänger, sich zu einer künstlerischen Aufgabe ganz eigener Art zu bekennen. Andererseits werde sich aber das Publikum des im Lied präsenten Ausdrucksvermögens bewusst. „Es geht dabei weniger um Unterhaltung als um notwendigen Lebensunterhalt“, unterstreicht der Vorsitzende der Akademie für Mozart-Forschung am Mozarteum Salzburg.

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