Elisabeth Gutjahr. Foto: Mozarteum Salzburg

Elisabeth Gutjahr. Foto: Mozarteum Salzburg

Elisabeth Gutjahr wird Rektorin des Mozarteums

Die Professorin für Rhythmik ist Spezialistin für Bewegungstheater und Neue Musik. Mit ihr kommt eine Theaterpraktikerin und gleichermaßen anerkannte Theoretikerin an die Salzach.

Der Universitätsrat hat das Verfahren zur Wahl eines Rektors/einer Rektorin für die Universität Mozarteum Salzburg fortgesetzt, nachdem der designierte Rektor Prof. Reiner Schuhenn am 10. Juli 2017 von seinem Wahlamt zurückgetreten war.  

Der Universitätsrat hat einstimmig aus dem Dreiervorschlag des Senates Frau Prof. Elisabeth Gutjahr zur Rektorin der Universität Mozarteum Salzburg gewählt. Elisabeth Gutjahr hat die Wahl angenommen. Der Zeitpunkt des Amtsantritts wird noch festgelegt.  

Elisabeth Gutjahr (geboren 1960 in Bonn) studierte Rhythmik und Tonsatz in Stuttgart und Köln. Sie beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Bewegungstheater und Neuer Musik. Ihre Produktionen wurden in vielen deutschen Großstädten vorgestellt, u. a. auch regelmäßig bei den „Stuttgarter Tagen für Neue Musik". 1987 wurde sie als Professorin für Rhythmik an die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen berufen, wo 1994 auf ihre Initiative hin der „Europäische Rhythmikwettbewerb" ins Leben gerufen wurde.

Seit 1. September 2006 ist sie Rektorin der Trossinger Hochschule, 2012 wurde sie in dieser Funktion wiedergewählt. Von 2008 bis 2010 war Elisabeth Gutjahr Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Musikhochschulen in Baden-Württemberg. Seit 2015 ist sie Stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Musikalische Bildung im Deutschen Musikrat sowie Mitglied im Beirat der Musikfreunde Donaueschingen (verantwortlich für die Musiktage Donaueschingen).  

Seit 1989 schreibt Elisabeth Gutjahr auch Opemlibretti. Für den Komponisten Franz Hummel entstanden „Gesualdo" (für die Eröffnung des neuen Opernhauses in Kaiserslautern), der Text zur Kammeroper „An der schönen blauen Donau" („Beste Oper des Jahres 1994", Zeitschrift Opernwelt), „Beuys" (Koproduktion der Wiener Festwochen und der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf) und „Styx" (Libretto über Händel und den Orpheus-Mythos für die Händel-Festspiele 1999/2000). Für den Komponisten Tobias P. M. Schneid schrieb sie „Swin swin", eine Kammeroper, die auch für das Fernsehen produziert und 1998 auf 3sat ausgestrahlt wurde. Zur Jahrtausendwende verfasste sie das Libretto für die Oper „Sonnenfinsternis" von József Sári.

Zu den künstlerischen und musikpädagogischen Texten von Elisabeth Gutjahr zählen mehrere Beiträge zu Themen der Rhythmik, so der Essay „Der Mythos Kreativität" sowie weitere Aufsätze zu Konzertpädagogik, musikalischer Bildung, Improvisation und Kreativität. Sie schrieb mehrere Hörspiele und arbeitete ab 1992 an dem mittlerweile vollendeten Gedichtzyklus „Tractatus logico-poeticus",der in Auszügen unter dem Titel „Wittgenstein" als preisgekröntes Hörbuch in Zusammenarbeit mit Klaus Löwitsch erschienen ist (Auszeichnung „Bestes Hörbuch2001").