Bejun Mehta. Foto: Marco Borggreve

Bejun Mehta. Foto: Marco Borggreve

Entdeckungen mit aktueller Kraft

Das Gedenkjahr für Kaiser Maximilian I., der 350. Todestag des Innsbrucker Hofmusikers Pietro Antonio Cesti sowie die zehnte Auflage des Cesti-Wettbewerbs prägen die 43. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.

Mit Spannung erwartet wird in Innsbruck die Wiederentdeckung der Barockoper „Merope" von Riccardo Broschi. Von Bejun Mehta bis zu Julia Lezhneva, von der Akademie für Alte Musik Berlin bis zum La Folia Barockorchester darf sich das Innsbrucker Publikum auf Stars der Alten-Musik-Szene freuen. 

Mit „Merope" von Riccardo Broschi präsentiert Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi eine Oper, die seit fast 300 Jahren auf ihre Wiederentdeckung wartet. Broschi schrieb die Musik für seinen Bruder, den berühmten Kastratensänger Farinelli, in dessen Rolle der australische Countertenor David Hansen schlüpfen wird. Die Titelpartie singt Anna Bonitatibus, eine der renommiertesten Mezzosopranistinnen unserer Zeit. De Marchi, der in „Merope" erstmals das neuformierte Innsbrucker Festwochenorchester dirigiert, verspricht „großes Barockopernkino, mit grandiosen Arien, Märschen, Chören, Fanfaren und Tänzen". Regie führt die Belgierin Sigrid T'Hooft, eine Spezialistin für historische Inszenierungen und barocke Tanzchoreographien.

Anlässlich des 500. Todestages von Kaiser Maximilian I. öffnen die Festwochen 2019 die Schatzkiste mit Musik von Habsburger Hofmusikern wie Heinrich Isaac und Paul Hofhaimer. Unter anderem wird dem legendären Zusammentreffen von Maximilians burgundischer und österreichischer Hofkapelle 1503 in Innsbruck ein Konzert mit drei der spannendsten Vokalensembles unserer Zeit gewidmet. Der vor 350 Jahren verstorbene Sänger und Komponist Pietro Antonio Cesti wirkte mehr als ein Jahrzehnt am Innsbrucker Hof und verfasste hier zahlreiche Opern. In der Geschichte der Festwochen wurden bereits mehrere Opern Cestis wiederaufgeführt, nun kommt erstmals seine turbulente Tragikomödie „La Dori" auf die Bühne.

Auch der nach Cesti benannte Gesangswettbewerb feiert 2019 ein Jubiläum: Vor zehn Jahren von Alessandro De Marchi ins Leben gerufen, ist er zu einer der weltweit bedeutendsten Bühnen für junge Sängerinnen und Sänger im Feld der Barockoper geworden. In der Barockoper:Jung 2019, Händels „Ottone, Rè di Germania", wird der talentierte Sängernachwuchs des Cesti-Wettbewerbs 2018 sein Können unter Beweis stellen.

Mit Bejun Mehta, Valer Sabadus, David Hansen und Terry Wey holen die Festwochen 2019 einige der besten Countertenöre unserer Zeit nach Innsbruck. Aber auch weibliche Ausnahmestimmen, wie jene von Julia Lezhneva, Vivica Genaux, Robin Johannsen, Karina Gauvin und Emőke Baráth, sind in den Konzerten und Opern zu hören. Erleben kann man zum einen international renommierte Klangkörper wie die Hofkapelle München, die Akademie für Alte Musik Berlin, das La Folia Barockorchester und das Imaginarium Ensemble unter der Leitung von Enrico Onofri, zum anderen junge, aufstrebende Ensembles wie La Vaghezza, Seconda Prat!ca und das Asterion Ensemble. Im Introitus in Stams leitet Howard Arman Solisten des Chors des Bayerischen Rundfunks.

2019 gibt es eine spannende Premiere: Erstmal kommt es zum Zusammenspiel der Innsbrucker Promenadenkonzerte mit den Festwochen. Im letzten Promenadenkonzert der Saison bringen die Tiroler Barockinstrumentalisten den Innenhof der Hofburg zum Klingen. Im „Open Mind"-Konzert dreht sich wiederum alles um den Flamenco. Von den barocken Ursprüngen bis zur zeitgenössischen Interpretation kann das entdeckungsfreudige Publikum temperamentvolle Tänze und feurige Rhythmen erleben. Zum 350. Geburtstag der Universität Innsbruck überreichen die Festwochen drei Überraschungskonzerte: Ort und Zeit stehen fest, alles andere bleibt bis zum Konzertbeginn streng geheim.

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