Emiliy Newton. Foto: Philip Lethen

Emiliy Newton. Foto: Philip Lethen

Exotische Jazz-Operette

Das Beziehungskarussell dreht sich rund um die politischen Verwicklungen auf Hawaii. Schließlich sind wir in der Operette: Paul Abrahams Die Blime von Hawaii spielt großzügig mit vielen Klischees.

Paul Abrahams Jazz-Operette Die Blume von Hawaii wird am Samstag, 21. Januar 2017, um 19.30 Uhr im Opernhaus Dortmund Premiere haben. In der Regie von Thomas Enzinger wird Emily Newton als Prinzessin Laya zu sehen und zu hören sein. Die Oper Dortmund spielt die bühnenpraktische Rekonstruktion der Partitur von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger.

In der Operette liegt Spannung eines politischen Erdbebens in der Luft. Die Einheimischen Hawaiis wollen die amerikanische Fremdherrschaft abschütteln. Ein Aufstand droht. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, schließlich sind gerade die rechtmäßigen Herrscher in Honolulu aufgetaucht: Prinzessin Laya und Prinz Lilo Taro. Laya, aufgewachsen in Paris, gibt sich allerdings als Jazzsängerin Suzanne Provence aus, um inkognito ihre Heimat zu besuchen. Sie bandelt auf der Überfahrt mit dem schmucken Kapitän Stone an. Ihr musikalischer Partner Jim Boy ist mit der echten Suzanne liiert, beginnt aber ein Techtelmechtel mit der ebenso schlauen wie attraktiven Hula-Tänzerin Raka. Den edlen Prinzen Lilo Taro würde der joviale Gouverneur Harrison gern mit seiner Tochter Bessy verkuppeln, auf die jedoch bereits dessen Sekretär Buffy ein Auge geworfen hat: Wir befinden uns nicht in einem politischen Drama, sondern mitten im herrlichsten Operettenwahnsinn.

Um Politik ging es Paul Abraham immer nur zwischen den Zeilen. Er bediente in erster Linie das Unterhaltungsbedürfnis seines Publikums und dessen Schaulust, bei der eine logische Handlung und die Political Correctness auch schon mal zugunsten einer effektvollen Szenerie ins Hintertreffen geraten. Der Exotismus-Sehnsucht der 1930er Jahre kommt er mit hinreißenden Klischees entgegen, die Jazzfans lockt er mit amerikanischen Rhythmen und sattem Saxophonklang. Eine Revue-Operette von den Ausmaßen der „Die Blume von Hawaii“ benötigt ein großes Ensemble aus Operettenspezialisten. Zusätzlich zu den zahlreichen Solisten und dem Chor des Theaters Dortmund steht deswegen auch ein achtköpfiges Tanzensemble auf der Bühne. Die Choreografie übernimmt Ramesh Nair, für Regie und Ausstattung sind Thomas Enzinger und Toto verantwortlich. Philipp Armbruster dirigiert die Dortmunder Symphoniker und natürlich darf eine Hawaiigitarre im Orchestergraben auch nicht fehlen.