Experimentelles Komponieren in der Schule

Ein Musikprojekt in Berlin will an Musikkultur heranführen und Kreativität fördern. 1700 Berliner Schüler aus 78 unterschiedlichen Schulen, 73 Musikschaffende, 78 Lehrer und 116 Studierende der Universität der Künste Berlin machen mit.

Bereits seit 2003/2004 erfinden, gestalten und komponieren Schülerinnen und Schüler, die begleitet werden durch ihre Lehrerinnen und Lehrer sowie Komponistinnen und Komponisten und Studierende, im Rahmen von QuerKlang kollektiv eigene Werke und bringen diese im Rahmen von MaerzMusik - Festival für Zeitfragen erstmals auf die Bühne.

Das Gestalten von Musik – dies ist die Aufgabe, die QuerKlang an die Schülerinnen und Schüler stellt. Was simpel klingt, ist aber tatsächlich eine große Herausforderung. Denn: Wer hat zuvor schon einmal komponiert? Was ist komponieren? Was brauche ich dazu? Welches musikalische Material verwende ich als Grundlage? Was ist die Idee oder das Thema für die gemeinsame Komposition? Wenn ein Kollektiv von komponiert, ist das „ein kontinuierlicher Aushandlungsprozess“. Da gibt es so viele Ideen, Vorschläge, Möglichkeiten, Diskussionen und Fragen, jeder soll und will mitmachen, gehört werden.

„Manche Leute denken, es sei leicht so ein Durcheinander zu komponieren, aber es war harte Arbeit und wir mussten viel ausprobieren und diskutieren, um zu unserem Stück zu kommen, aber jetzt ist es richtig gut geworden und wir sind stolz, dass wir es geschafft haben“, so der 10-jährige Tim über das experimentelle Komponieren. „Die Musik zeigt unsere Suche nach Klingendem, die Verzweiflung über eintönige Technik und unsere Idee von der Schönheit des Lebens“, kommentiert Jannik das geheimnisvolle Zusammenspiel von Tönen, Klängen und Geräuschen. Er hat in den letzten Monaten zusammen mit seinen Mitschülern an der gemeinsamen Komposition gearbeitet.

Auch Veränderungsprozesse der eigenen Wahrnehmung von Musik beschreiben die Kinder und Jugendlichen konkret: „Ich stand dem Projekt zunächst sehr skeptisch gegenüber, die Klänge waren mir einfach zu fremd. Nach dem intensiven Arbeitswochenende habe ich jedoch entdeckt, dass mein Gehör sich allmählich daran gewöhnt hatte und nahm die Klänge schon viel bewusster auf. Heute gefällt mir experimentelle Musik sehr gut, da man, vor allem beim Zuhören, so viel Neues entdecken kann.“

Konzerttermine der Uraufführungen im Überblick:

25. März 2019, 18:00 Uhr Probensaal der Universität der Künste, Berlin, Festakt 15 Jahre Experimentelles Komponieren Schüler*innen der Heinrich-Böll-Oberschule

26. März 2019, 18:00 Uhr Radialsystem V (Holzmarktstraße 33, 10243 Berlin) Schüler*innen der Rosa-Parks-Grundschule, Schüler*innen der Parzival-Schule

27. März 2019, 18:00 Uhr Probensaal der Universität der Künste, Berlin, Schüler*innen der Grundschule unter dem Regenbogen, Schüler*innen der Friedrich-Ebert-Gymnasium