Frankfurts Intendant Bernd Loebe. Foto: Barbara Aumüller

Frankfurts Intendant Bernd Loebe. Foto: Barbara Aumüller

Fachkräftemangel in Opern angekommen

Die Deutschsprachige Opernkonferenz hat in Wien getagt und über den Fachkräftemangel im künstlerisch-technischen Bereich, den wachsenden Rechtspopulismus und die MeToo-Debatte diskutiert.

Die Mitglieder der Opernkonferenz unterstützen ausdrücklich den „Wertebasierten Verhaltenskodex zur Prävention von sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch", den der Deutsche Bühnenverein auf seiner Jahreshauptversammlung im Juni 2018 beschlossen hat. Dieser wurde als Reaktion auf die MeToo-Debatte erarbeitet, um Theater und Orchester zu bestärken, mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wieder auszuhandeln, wie man miteinander umgeht und arbeitet.  

Zudem diskutierten die Mitglieder der Opernkonferenz auch über das Phänomen des Rechtspopulismus und die zunehmende Radikalisierung in der Gesellschaft. Einigkeit bestand, dass eine deutliche Absage an jede Form von völkisch-nationalem Gedankengut, Rassismus und Menschenfeindlichkeit notwendig ist. Hier wurde die Kampagne „DIE VIELEN", die den Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil der Zivilgesellschaft gegen rechtspopulistische sowie völkisch-nationale Strömungen artikuliert, als beispielhaft hervorgehoben. Die Mitglieder sprachen sich explizit für eine Unterstützung der Initiative aus.  

Der Vorsitzende der Opernkonferenz Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt, sagte zusammenfassend: „Wir in den Opernhäusern spüren sehr deutlich die massiven gesellschaftlichen Veränderungen, die zurzeit passieren. Mit der Zunahme gesellschaftlicher Zersplitterung steigt aber auch die Notwendigkeit, Brücken zu bauen und das Verbindende in der Gesellschaft zu suchen. Auch die Oper kann hier ihren Beitrag leisten und muss sich der Herausforderung stellen."  

Zudem wird unter dem Dach der Opernkonferenz auch 2019 wieder der mit 7.500 Euro dotierte Götz-Friedrich-Preis für herausragende Leistungen im Bereich der Musiktheaterregie vergeben. Für den alle zwei Jahre verliehenen Preis können sich Opernregisseur im Alter bis zu 35 Jahren mit Arbeiten in den Spielzeiten 2017/2018 und 2018/2019 bewerben. Zusätzlich wird der mit 2.500 Euro dotierte Studio-Preis für die beste Regie im Bereich Kindermusiktheater, experimentelles Musiktheater oder Kammeroper vergeben. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Opernkonferenz in Stuttgart im Herbst 2019 statt.   

Die nächste Opernkonferenz findet im Frühjahr 2019 in Berlin statt. Mitglieder der Deutschsprachigen Opernkonferenz sind die Hamburgische Staatsoper, Staatsoper Berlin, Deutsche Oper Berlin, Komische Oper Berlin, Deutsche Oper am Rhein, Oper Köln, Oper Frankfurt, Staatsoper Stuttgart, Bayerische Staatsoper München, Sächsische Staatsoper Dresden, Oper Leipzig, Wiener Staatsoper, Opernhaus Zürich. Assoziierte Mitglieder sind das Royal Opera House Covent Garden London, Opéra national de Paris, Teatro alla Scala Mailand.

www.goetz-friedrich-preis.de