Iván Fischer. Foto: Marco Borggreve

Iván Fischer. Foto: Marco Borggreve

Festival mit baltischer Musik

Mit einem Festival feiert das Konzerthaus Berlin die vielfältigen Musikkulturen von Estland, Lettland und Litauen. Mit dabei: viel Musik von Arvo Pärt.

Vor 100 Jahren erklärten die drei nordosteuropäischen Nationen ihre Unabhängigkeit – ein guter Grund für ein zehn Tage langes Festival im Konzerthaus Berlin. Estland, Lettland und Litauen haben nicht nur bekannte Dirigenten, Instrumentalisten und Sänger hervorgebracht, sondern auch traditionell von Chorgesang geprägte zeitgenössische Musikkulturen.

Beim Festival Baltikum reicht das vokale Programm vom großen chorsinfonischen Werk bis zum A-cappella-Ensemble. Enorme Ruhe und Spiritualität strahlen die Kompositionen des Esten Arvo Pärt aus. Das Konzerthausorchester und Iván Fischer widmen dem 82-Jährigen am 16. und 18.02. ein ganzes Programm. „Adam’s Passion“, sein Gemeinschaftswerk mit Robert Wilson, kommt am 27., 28. und 29.03. ins Konzerthaus.

Das Baltikum ist die Heimat einer besonders reichen Chorkultur mit hervorragenden Profi-, Laien- und Kinderchören. Der Lettische Staatschor „Latvija“ und das Estnische Nationale Sinfonieorchester unter Neeme Järvi kommen mit dem Oratorium „Des Jona Sendung“ von Rudolf Tobias (20.02.) nach Berlin. Für die ganze Familie singt der Estonian National Opera Boys’ Choir (25.02.). Der musikalische Aufbruch der baltischen Staaten hat deutlich weibliche Züge – zu hören sind das Klavierquartett der Skride-Schwestern (19.02.), die Frauen der A-cappella-Gruppe Latvian Voices (21.02.) und die Organistin Iveta Apkalna (17.02.), die die  Jehmlich-Orgel im Großen Saal mit einem baltischen Programm bespielt.

Die erfolgreiche litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla kommt am 02.03. mit dem Litauischen Nationalen Sinfonieorchester und ihrer kleinen Schwester Onutė Gražinytė als Solistin ins Konzerthaus. Im Programm des Festivals ist auch Platz für ungewöhnliche musikalische Kombinationen: Die estnische Geigerin und Sängerin Maarja Nuut verbindet Folk und Loops (16.02.), der litauische Akkordeonist Martynas Levickis spielt mit dem SinChronic String Quartet eine Uraufführung seiner Landsfrau Rūta Vitkauskaitė (23.02.) und das renommierte Raivo Tafenau Quintett hat ein spannendes Jazzprogramm im Gepäck (24.02.).