Hauptsache anders: Teodor Currentzis. Foto: Olya Runyova

Hauptsache anders: Teodor Currentzis. Foto: Olya Runyova

Festspielhaus aus dem Häuschen

Der Siegeszug des Teodor Currentzis rollt auf Puccini zu. In Baden-Baden nimmt er sich La Bohème vor. René Jacobs hinterfragt Beethovens Oper und Sokolov vertieft sich ins Opus 111.

Mit dem griechischen Dirigenten Teodor Currentzis feiern die Baden-Badener Herbstfestspiele einen der zurzeit weltweit meist gefragtesten Künstler. Nach seinen Baden-Badener Opernproduktionen „Carmen“ und „Cosí fan tutte“ und einer „La clemenza di Tito“ in diesem Sommer in Salzburg übernimmt er jetzt am 10. und 12. November 2017 die Festspiel-Aufführungen der Puccini-Oper „La Bohème“. Es spielt Currentzis‘ Orchester „MusicAeterna“, und es singt ein junges internationales Solisten-Ensemble in einer Neuinszenierung von Philipp Himmelmann.

Teodor Currentzis, der ab Herbst 2018 Chefdirigent des neuen SWR Symphonieorchesters sein wird und gerade erst bei den Salzburger Festspielen von sich reden machte, ist dem Baden-Badener Publikum wohl bekannt. Vor einigen Jahren dirigierte er noch im sibirischen Nowosibirsk, als ihn Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser in den Schwarzwald einlud. Jetzt kommen für „La Bohème“ Künstler in Baden-Baden zusammen, die in unterschiedlichen Konstellationen hier bereits für Furore sorgten.

Das Bühnenbild für die gemeinsam mit dem Opernhaus im russischen Perm entstandene Produktion entwarf Raimund Bauer, der für Baden-Baden schon Bilder zu zahlreichen erfolgreichen Opernproduktionen, unter anderem für Nikolaus Lehnhoffs „Tosca“, schuf. Zu den Solisten der Oper gehören Leonardo Capalbo (Rodolfo), Zarina Abaeva (Mimi), Nahuel di Pierro (Colline) und Sofia Fomina als Musetta. Konstantin Suchkov singt die Partie des Marcello und Edwin Crossley-Mercer ist Schaunard.

Neben den Opernaufführungen warten die Baden-Badener Herbstfestspiele mit zahlreichen prominenten Instrumentalsolisten, Orchestern und Dirigenten auf. René Jacobs eröffnet den Festspielreigen am Freitag, 3. November 2017 mit seinem Dirigat der konzertanten Aufführung der Beethoven-Oper „Leonore“, die als „Fidelio“ Musikgeschichte schrieb. René Jacobs wendet sich der Urfassung zu, um die nachträglich teils aus technischen Gründen veränderte Oper neu zu befragen. Zum Solistenensemble zählen Marlis Petersen (Leonore), Maximilian Schmitt (Florestan), Johannes Weisser (Don Pizarro) und Dimitry Ivashchenko (Rocco) sowie Robin Johannsen (Marzelline). Es spielt das Freiburger Barockorchester.

Einen Tag nach der konzertanten Aufführung der Oper „Leonore“ interpretiert das Sinfonieorchester Basel am Samstag, 4. November 2017 um 18 Uhr Beethovens 3. Sinfonie in Es-Dur – die „Eroica“. Ivor Bolton dirigiert diesen Abend, an dem der britische Geiger Daniel Hope Edward Elgars Violinkonzert h-Moll op. 61 interpretieren wird.

Der russische Pianist Grigory Sokolov hat für sein Rezital am Sonntag, 5. November 2017 um 19 Uhr ebenfalls zwei wichtige Werke Ludwig van Beethovens mit im Gepäck. Im ersten Teil seines Konzerts erklingen die Sonaten Nr. 27 e-Moll op. 90 und Nr. 32 c-Moll op. 111. Traditionell wird der zweite Teil des Soloprogramms erst kurz vor dem Konzert bekannt gegeben. Darauf kann man sich bei Grigory Sokolov ebenso verlassen wie auf meist zahlreiche Zugaben, die einen besonderen Abend mit ihm unvergesslich machen.

Während mit „La Bohème“ eine italienische Oper die Pariser Künstlergemeinde der vorletzten Jahrhundertwende feiert, reist der französische Counter-Tenor Philippe Jaroussky am Samstag, 11. November 2017 zu den Baden-Badener Herbstfestspielen mit Arien des deutschen Komponisten Georg Friedrich Händel an. Philippe Jaroussky, der schon eine Weltkarriere gemacht hat, steht im Programm der Baden-Badener Herbstfestspiele neben der nicht minder erfolgreichen deutschen Blockflötistin Dorothee Oberlinger, die mit ihrem Trio am Sonntag, 12. November 2017 um 14 Uhr in der Stadtkirche Baden-Baden auftreten wird. Ebenfalls im Programm der Herbstfestspiele: Künstler, die sich gerade erst auf den Weg gemacht haben, eine große Karriere zu beginnen. Der ungarische Trompeter Tamás Pálfalvi (5.11.2017, 14 Uhr, Stiftskirche), der in Salzburg geborene luxemburgische Percussionist Christoph Sietzen (Montag, 6.11.2017, 19 Uhr, Museum Frieder Burda) und das Duo Ellen Nisbeth (Viola) und Bengt Forsberg (Klavier) (Samstag, 11. November 2017, 11 Uhr, Florentinersaal im Casino Baden-Baden) sind von europäischen Konzerthäusern ausgewählte Nachwuchskünstler, die in Baden-Badener Meisterkonzerten zu hören sein werden.

www.festspielhaus.de