Settimane Musicali di Ascona mit Francesco Piemontesi. Foto: Benjamin Ealovega

Settimane Musicali di Ascona mit Francesco Piemontesi. Foto: Benjamin Ealovega

Finanziell unabhängiges Festival

Die traditionsreichen Settimane Musicali di Ascona wurden bereits 1946 gegründet und haben sich zum bedeutendsten Festival klassischer Musik in der italienischen Schweiz entwickelt.

Der Schweizer Pianist Francesco Piemontesi startet die neue Saison in seiner Heimat bei den Settimane Musicali di Ascona. Seit 2012 ist er künstlerischer Leiter der Festwochen, die dieses Jahr vom 5. September bis 14. Oktober stattfinden. Er selbst wird im Rahmen des Festivals zweimal auftreten: Am 16. September in einem Kammermusikabend mit Alina Ibragimova (Violine) und Stephen Kovacevich (Klavier), der Artist in residence ist.

Am 28. September führt Francesco Piemontesi mit dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Roger Norrington Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 auf. Zu den weiteren Highlights der diesjährigen Ausgabe zählen die Auftritte von Hilary Hahn, Philippe Jaroussky und dem London Symphony Orchestra unter Gianandrea Noseda. Ein wichtiger Beitrag des breitgefächerten Programms ist die stete Mitwirkung von Ensembles aus der italienischen Schweiz, darunter das Orchestra della Svizzera italiana, das Barockorchester I Barocchisti und der Coro della Radiotelevisione Svizzera Italiana.

Die Festwochen bilden einen Bezugspunkt für das ortsansässige Publikum, locken aber zugleich Besucher aus ganz Europa in die malerische Landschaft am Lago Maggiore. Als Spieltstätten dienen die beeindruckenden Kirchen von Ascona und Locarno, in deren exzellenter Akustik Künstler und Klangkörper von Weltrang auftreten. Francesco Piemontesi, der in Locarno geboren wurde, wurde 2012 die künstlerische Leitung übertragen: „In meiner Kindheit konnte ich bei den Settimane Musicali zum ersten Mal Konzerte bedeutender Solisten und Orchester in meiner Heimatstadt hören. Das waren für mich natürlich prägende Erlebnisse, und so habe ich mich umso mehr über die Möglichkeit gefreut, Jahre später dann die künstlerische Leitung zu übernehmen. Die finanzielle Unabhängigkeit des Festivals erlaubt es, unser Programm sehr frei zu gestalten. Das ist heute leider selten geworden.“

Der in Berlin lebende Schweizer Francesco Piemontesi wird von internationalen Kritikern für die technische Brillianz und die große Kultiviertheit seiner Interpretationen gepriesen. Die britische Sunday Times zählte ihn vor Kurzem zu den fünf weltweit vielversprechendsten Pianisten unter 35. Die FAZ lobte Piemontesis „subtile Anschlagstechnik“ und „technische Perfektion“. The Independent bescheinigte ihm „reife Rafinesse von Weltrang“, und Musical America lobte seine „akribische technische Sicherheit, gepaart mit nahezu philosophischer Introspektion“. In der aktuellen Saison konzertiert Piemontesi u.a. mit Orchestern wie dem Los Angeles Philharmonic, dem Orchestre de Paris, der Tschechischen Philharmonie, den Wiener Symphonikern, dem Pittsburgh Symphony Orchestra, dem Budapest Festival Orchestra und dem Chamber Orchestra of Europe. In der Londoner Wigmore Hall gestaltet er derzeit einen kompletten Konzertzyklus mit den Klavierwerken Wolfgang Amadeus Mozarts. Seine aktuelle Solo-CD widmet sich den Préludes von Claude Debussy. 

www.settimane-musicali.ch