Flüchtige Momente für die Ewigkeit

Deutschland will seine weltweit einmalige Theater- und Orchesterlandschaft 2018 als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO anmelden - da gewinnt die Frage der Dokumentation an Bedeutung. In Berlin gibt es dazu ein Symposium.

Wie kann ein so vergängliches Kunstwerk wie eine Theateraufführung für die Nachwelt festgehalten werden? Angeregt durch die Theaterarbeit von Bertolt Brecht und Walter Felsenstein haben vor 50 Jahren Mitglieder der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste (Ost) die Herstellung von Inszenierungsdokumentationen initiiert, um ihre künstlerischen Erfahrungen und Arbeitsergebnisse auszutauschen.

Heute bildet der Arbeitsbereich Theaterdokumentation in der Archivabteilung Darstellende Kunst eine Besonderheit. Einzigartig im deutschsprachigen Raum werden hier Proben- und Aufführungsdokumentationen nicht nur gesammelt, sondern auch in Auftrag gegeben. Aus Anlass von 50 Jahren Inszenierungsdokumentation findet am Sonntag, den 5. November 2017 ein öffentliches Symposium mit Regisseuren, Dramaturgen, Wissenschaftlern und Journalisten zu der Frage statt, wie der äußerst komplexe, kollektive Prozess einer Theaterproduktion beobachtet, dokumentiert und nach außen transparent gemacht werden kann.

Die Beantwortung dieser Frage gewinnt an Bedeutung, da Deutschland seine weltweit einmalige Theater- und Orchesterlandschaft 2018 als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO anmelden wird und sich damit zur Bewahrung dieses Erbes verpflichtet. Mit Bettina Bartz, Franz Anton Cramer, Stephan Dörschel, Barbara Gronau, Lisa Großmann, Lucas Herrmann, Thomas Irmer, Frank Kämpfer, Werner Heegewaldt, Nele Hertling, Susanne Knapp, Konstanze Mach-Meyerhofer, Annemarie Matzke, Sergio Morabito, Luk Perceval, Marielle Sterra, Stephan Suschke und Isa Wortelkamp.