Großes Talent am Cembalo: Jean Rondeau. Foto: Edouard Bressy

Großes Talent am Cembalo: Jean Rondeau. Foto: Edouard Bressy

„Förderpreis Deutschlandfunk“ an Jean Rondeau

Der französische Cembalist, Organist, Pianist und Komponist Jean Rondeau erhält den diesjährigen „Förderpreis Deutschlandfunk“, der seit 1998 gemeinsam vom Sender und dem Musikfest Bremen an hochbegabte Nachwuchskünstler vergeben wird.

1991 in Paris geboren, begeisterte sich Jean Rondeau bereits als Sechsjähriger für das Cembalo. Nachdem er bereits zehn Jahre lang Cembalo-Unterricht bei Blandine Verlet hatte, studierte er am Pariser Konservatorium Cembalo, Generalbass, Orgel, Klavier, Jazz und Improvisation sowie Chordirigat. Daneben schloss er weiterführende Studien an der Guildhall School of Music and Drama in London sowie in Komposition am Conservatoire à rayonnement régional de Paris (CRR) und in Musikwissenschaft an der Université Paris-Sorbonne ab.

Seinen Durchbruch erlebte er 2012, als er einer der jüngsten Gewinner des Cembalo-Wettbewerbs des Musica Antiqua Festivals in Brügge wurde, den Zweiten Preis beim Cembalo-Wettbewerb des Prague Spring International Music Festivals gewann und zum Träger des European Union Baroque Orchestra Development Trust Awards ernannt wurde. Im Januar 2015 wurde er bei den „Victoires de la musique classique“ als „Entdeckung des Jahres“ in der Kategorie Instrumentalsolist ausgezeichnet. Wie kaum ein zweiter Künstler hat Jean Rondeau innerhalb nur weniger Jahre dem Cembalo mit Virtuosität, Ausdruckskraft und Originalität eine völlig neue Aufmerksamkeit beschert.

„Jean Rondeau zeichnet sich durch ein kantables, reich artikuliertes und dynamisches Spiel mit einem fokussierten, resonanzreichen Klang aus. Das ermöglicht ihm fesselnde Interpretationen, die sich dank seines bewundernswerten Anschlags kontrastreich zwischen ausgewogener Eleganz und schwungvoller Vitalität bewegen und die spieltechnischen Möglichkeiten des Cembalos vollends ausschöpfen“, begründet die Jury die Entscheidung.

Der „Förderpreis Deutschlandfunk“ umfasst als Sachpreis eine Studioproduktion für eine CD-Einspielung als „Artist in Residence“ beim Deutschlandfunk in Köln. Der Preis wird dem Künstler während des Festivals am 27. August 2016 im Rahmen eines Festaktes verliehen. Preisträger der vergangenen Jahre waren u. a. Julia Fischer, Patricia Kopatchinskaja, Kristian Bezuidenhout, Antoine Tamestit, Sophie Pacini, Leonard Elschenbroich und Simone Rubino.

Im Rahmen des 27. Musikfest Bremen kann das Publikum Jean Rondeau gleich in drei Konzerten erleben. Zusammen mit einem fünfköpfigen Ensemble bringt er Cembalo-Konzerte von Johann Sebastian Bach und seinen Söhnen Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel zur Aufführung (27.08., Unser Lieben Frauen Kirche), interpretiert in einem Cembalo-Recital Werke von Johann Sebastian Bach, Jean-Philippe Rameau und Joseph-Nicolas-Pancrace Royer (30.08., Jagdschloss Clemenswerth) und stellt sich abschließend als Pianist mit seinem Jazz-Ensemble Note Forget in der Reihe „Musikfest Surprise“ mit Eigenkompositionen und Improvisationen vor (31.8., BLG-Forum Überseestadt).