Quatuor Zaide. Foto: Jeremy Sangare

Quatuor Zaide. Foto: Jeremy Sangare

Frauenförderung und Chancengleichheit

Zwei Stiftungen fördern weibliche Instrumentalistinnen, u. a. mit dem Engagement für ein Konzert in Zürich.

Die Müller-Möhl Foundation macht sich unter Leitung ihrer Gründerin Carolina Müller-Möhl seit über zehn Jahren für Frauen in Politik, Wirtschaft und Kultur stark. Nach erfolgreichen Kooperationen mit dem Festival de Jazz St. Moritz oder dem Lucerne Festival reiht sich nun die Orpheum Stiftung unter die engagierten Partner der Müller-Möhl Foundation.

Mit Carolina Müller-Möhl und Claudia Coninx Kaczynski, Vizepräsidentin der Orpheum Stiftung, treffen sich zwei erfolgreiche Unternehmerinnen und Stifterinnen mit einem gemeinsamen Anliegen: Frauenförderung und Chancengleichheit.        

Während andernorts in Sachen Gender Diversity immer noch einiges an Aufholarbeit zu leisten ist, lag der Fokus der Orpheum Stiftung von jeher auf Chancengleichheit. So offenbart ein Blick in die Chronik der geförderten jungen Musikerinnen und Musiker einen Frauenanteil von nahezu 50 Prozent. Worunter sich unter anderem so prominente Namen wie Sol Gabetta, Alice Sara Ott, Vilde Frang oder Yuja Wang finden, die hier ihre internationalen Karrieren starteten.

In die Fußstapfen dieser Weltstars tritt nun am 13. April beim nächsten Orpheum Konzert in der Züricher Tonhalle das Quatuor Zaïde, welches gemeinsam mit der etablierten Lise de la Salle und der ehemaligen Orpheum-Solistin Chiara Enderle einen Kammermusikabend aus weiblicher Perspektive bestreiten.

Erstmals in Zürich zu erleben ist nun im Rahmen des gemeinsam auf den Weg gebrachten Konzertabends das Quatuor Zaïde. In der Saison 2015/2016 zu den „Rising Stars" der European Concert Hall Organisation gekürt, ist es der Orpheum Stiftung ein besonderes Anliegen, diese vier Musikerinnen in Zürich vorzustellen und ihre musikalische Laufbahn insbesondere im deutschsprachigen Raum zu unterstützen.

International hatten die vier Französinnen mit ihrem Triumph beim Haydn-Wettbewerb auf sich aufmerksam gemacht, wo sie neben dem ersten Preis, ebenfalls alle vergebenen Sonderpreise mit nach Hause nahmen. Im positiver Erinnerung daran steht jetzt auch beim Tonhallen-Debüt ein Werk Joseph Haydns auf dem Programm, das „Sonnenquartett" Nr. 5 in f-Moll.  

Mit Lise de la Salle werden sie von einer Musikerin unterstützt, die längst ein regelmäßiger Gast auf den großen Konzertpodien der Welt ist und dem Schweizer Publikum als „Artist in residence" der Philharmonia Zürich zwischen 2013 und 2015 noch in bester Erinnerung sein dürfte. Gemeinsam mit ihren französischen Kolleginnen interpretiert die Pianistin, deren CD-Einspielungen mehrfach mit dem „Diapason d'Or" ausgezeichnet wurden, nun Schumanns Klavierquintett Opus 44. Ein Werk, welches der Komponist einst seiner Frau Clara gewidmet hatte, an deren 24. Geburtstag die erste gedruckte Auflage veröffentlicht wurde.        

Ein echtes Heimspiel feiert mit dem dritten Werk des Abends schließlich die 1992 in eine Züricher Musikerfamilie hineingeborene Chiara Enderle. Eine der jüngsten Entdeckungen der Orpheum Stiftung, die sich mit ihrem Sieg beim Warschauer Lutoslawski-Wettbewerb einen Namen machte und danach unter anderem auch in London mit dem Pierre Fournier Award ausgezeichnet wurde. Die Cellistin war bereits 2013 Orpheum-Solistin mit dem Tonhalle-Orchester unter Kristjan Järvi und 20116 mit der ersten Orpheum-CD mit Werken von Paul und Anton Wranitzky unter der Leitung von Howard Griffiths.

Neben ihrer Zusammenarbeit mit namhaften Klangkörpern wie dem Münchner Kammerorchester oder dem Philharmonia Orchestra London ist Chiara Enderle ebenfalls eine gefragte Kammermusik-Partnerin und musiziert aktuell mit ihren Eltern im Carmina Quartett. Diese Qualität wird sie nun bei Schuberts Streichquintett in C-Dur an der Seite des Quatuor Zaïde erneut unter Beweis stellen können.        

Der grundlegende Fördergedanke der Opheum Stiftung, Nachwuchstalenten eine Bühne mit etablierten Musikern und somit Raum für musikalischen Austausch zu bereiten, ist neben den sonst großen Orchesterformaten auch maßgebliches Motiv dieses Förderkonzerts. Es stellt die Weiterentwicklung des 2016 unter der Mitwirkung von Fazıl Say erstmals durchgeführten Förderrezitals dar.