Moritz Eggert. Foto: Mara Eggert

Moritz Eggert. Foto: Mara Eggert

Freax in Regensburg im Altenheim

Moritz Eggerts Bühnenwerk „Freax" sorgte 2007 in Bonn für einen Skandal: Regisseur Christoph Schlingensief bezeichnete das Stück als „uninszenierbar" und trat von seinem Engagement zurück, woraufhin „Freax" in konzertanter Form uraufgeführt wurde.

Jetzt wagt sich das Theater Regensburg wieder an Eggerts Stoff und wird die Oper endlich als Ganzes auf die Bühne bringen. Inspiriert ist das Stück von Tod Brownings Horrorfilm-Klassiker „Freaks": Wie der Film stellt die Oper körperlich behinderte Menschen in den Mittelpunkt, die mit Freak-Shows ihren Lebensunterhalt verdienen.

Dort verliebt sich der kleinwüchsige Franz in die schöne Isabella, eine nicht-behinderte Zirkus-Darstellerin. Um an Franz' Vermögen zu gelangen, gaukelt Isabella ihm Gegenliebe vor. Doch bei der Hochzeit kommt ihr Betrug ans Licht und das fragile Gleichgewicht zwischen den „Freax" und ihrer Umwelt ist zerstört.

Die verstörende Handlung von „Freax" gepaart mit Eggerts expressiver, bisweilen gespenstischer Musik führt vor Augen und Ohren, wie Menschen, die anders sind, immer wieder Opfer von Ausgrenzung und Profitgier werden. Jim Lucassen (Konzept) und Hendrik Müller (Regie) verlegen dabei das Geschehen in ein Pflegeheim für Alte und psychisch Kranke, die in unserer modernen Welt des Jugend- und Optimierungswahns zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. FONO FORUM Autor Manuel Brug urteilte anlässlich der Bonner Uraufführung in der Zeitung "Die Welt": "Die Musik von Komponist Moritz Eggert ist drittklassig."