Lehrende aus Wissenschaft, künstlerischer Praxis und Pädagogik diskutieren Entwicklungen der Digitalisierung in der musikbezogenen Aus- und Weiterbildung. Foto: Hochschule Detmold

Lehrende aus Wissenschaft, künstlerischer Praxis und Pädagogik diskutieren Entwicklungen der Digitalisierung in der musikbezogenen Aus- und Weiterbildung. Foto: Hochschule Detmold

Gehörbildung am Smartphone

An der Musikhochschule Detmold tauschten sich Musikpädagogen zu den Möglichkeiten und Erfordernissen der Musikvermittlung im Zeitalter der allgegenwärtigen digitalen Endgeräte aus.

Die Fachtagung für künstlerische Praxis und Wissenschaft zum Thema „Digitalisierung in der musikbezogenen Aus-und Weiterbildung“ an der Hochschule für Musik Detmold lockte immerhin 25 Experten verschiedener Hochschulen in die Kulturstadt am Teutoburger Wald.

Die Tagung ermöglichte einen intensiven Austausch über Projekte, Lehr-und Lernpraxen, Konzepte und Forschungsvorhaben und zu Chancen und Risiken der Digitalisierung. Ästhetische Wirklichkeit und Wertigkeit von Musik erfahren durch die Digitalisierung einen grundlegenden Wandel, der auch vor den musikbezogenen Studiengängen sowie Aus-und Weiterbildungen nicht Halt macht.

In ihrer Vielfalt durchdringen digitale Medien wie Laptops, Smartphones, Tablets, iPads, Smartboards oder iWatches den Umgang mit Musik und verändern die Formen und Formate des Lernens und Lehrens. Unter der Tagungsleitung von Prof. Dr. Philipp Ahner und Prof. André Stärk befassten sich die Teilnehmenden aus den Bereichen Musik-und Medienpädagogik sowie Musikwissenschaft und Mitarbeitende verschiedener Musikhochschulen, Hochschulen und Universitäten mit neuen Möglichkeiten des Lernens, Unterrichtens und Forschens.

Der Rektor der Hochschule für Musik Detmold, Prof. Dr. Thomas Grosse, hob in seiner Begrüßung die Bedeutung der Thematik für alle musikbezogenen Studiengänge und damit für die Entwicklung der Hochschulen insgesamt hervor. Inhaltlich eröffnete Jun. Prof. Dr. Beate Flath (Universität Paderborn) mit einem Vortrag zur „Digitalisierung in musikbezogenen Kontexten: Perspektiven und Rahmungen“ die Tagung und fasste zentrale Fragestellungen der Thematik treffend zusammen. In neun Kurzpräsentationen wurden Projekte oder Praxisbeispiele aus unterschiedlichen pädagogischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bereichen vorgestellt.

Diese bildeten die inhaltliche Basis für den anschließenden „Marktplatz“, in dem die Projekte oder Praxisbeispiele genauer erläutert und intensiv diskutiert werden konnten. Von digitalen Musikvermittlungskonzepten über Potentiale von Feedbacksystemen im Musikunterricht bis zu interaktiven Gehörbildungsprogrammen entstand ein facettenreiches Bild digitaler Medien für orts- und zeitunabhängigere Gestaltungs- und Lernsituationen, in denen individuelle Lernvoraussetzungen stärker im Mittelpunkt stehen.

Workshops wurden über die ganze Tagung verteilt angeboten und ermöglichten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Themengebieten: Matthias Krebs (Universität der Künste Berlin) vermittelte in zwei Workshops Anregungen zum gemeinsamen Musizieren mit digitalen mobilen Endgeräten (iOS), Prof. André Stärk zeigte Potentiale für ein sinnlich vernetztes Musiklernen mit der Lernplattform DetmoldMusicTools auf, Martin Dieckhoff (Hochschule für Musik Detmold) gab am Erich Thienhaus-Institut, dem Tonmeister-Institut der Detmolder Hochschule, eine Einführung in die Tontechnik und Prof. Dr. Philipp Ahner (Hochschule für Musik Trossingen) bot in den Workshops handlungsorientierte Zugänge zu didaktischen Konzepten mit digitalen Endgeräten.

Entwicklungen der Digitalisierung und Erwartungen an digitale Medien in musikpädagogischen Kontexten für Praxis und Forschung bildeten den Mittelpunkt für eine intensive Diskussion. In einem Impulsvortrag verdeutlichte Prof. Dr. Philipp Ahner zu Beginn Anforderungen und Notwendigkeiten einer empirischen Forschung im Umfeld der großen Anzahl an verfügbaren musikbezogenen Apps für Tablets und Smartphones für künstlerische und pädagogische bzw. didaktische Fragestellungen.

Die abschließende Diskussion zeigte ein differenziertes und weites Feld zukünftiger Lernumgebungen und weitreichende Veränderungen für zukünftiges Lehren und Lernen im Zeitalter der Digitalisierung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich darin einig, dass es auch künftig eine stärkere Vernetzung in den zentralen Themen dieser Tagung geben muss. Aus dieser Notwenigkeit heraus wurde allseits der Wunsch nach einer kontinuierlichen und baldigen Fortsetzung der Tagung formuliert.