25 Jahre jung: Ensemble Musikfabrik. Foto: Jonas Werner Hohensee

25 Jahre jung: Ensemble Musikfabrik. Foto: Jonas Werner Hohensee

Gerhard Richter in der Musikfabrik

Am Puls der Zeit – seit mittlerweile 25 Jahren prägt das Ensemble Musikfabrik die musikalische Avantgarde. Inzwischen nicht nur ein internationales Spitzenensemble für Neue Musik hat es sich zu einer vitalen Produktionsstätte, zu einem Impulsgeber der Gegenwart entwickelt.

Seinen 25. Geburtstag feiert das Ensemble insbesondere mit vier Konzerten in seiner Heimatstadt. Ein Höhepunkt ist die Uraufführung von RICHTERS PATTERNS in der Kölner Philharmonie. Die Zusammenarbeit mit dem Kölner Maler Gerhard Richter ist Teil der Reihe Self-Portrait, die u.a. mit elf Uraufführungen aufwartet. Außerdem tritt das Ensemble Musikfabrik zusammen mit Mouse on Mars erstmals beim Festival c/o pop auf.

Bereits ein Jahr nach dem Debütkonzert 1991 attestierte Reinhard Oehlschlägel dem Ensemble Musikfabrik „eine außerordentlich präsente vitale, hyperexpressive, ja – analog der Ästhetik der ‚jungen Wilden’ in der Malerei – ‚wilde’ Klangästhetik.“ Wenngleich die Gründung durch die Landesregierung NRW, eine geschenkte Existenz, die nicht von den Musikern erkämpft war, durchaus kritisch beäugt wurde, reifte das Ensemble Musikfabrik – eben durch diese selbst erarbeitete, musikalische Identität – schnell zu einem wichtigen Bestandteil der Avantgarde heran.

Seit 1997 liegt die künstlerische Leitung nun bei den 16 Solisten selbst, die sich aktiv mit der Weiterentwicklung von Konzertformaten und Projekten befassen und den Kontakt zur jüngeren Generation nicht abbrechen lassen. Mit Nachwuchsförderreihen wie „Composer Collider“ für junge Komponisten oder der Leitung von Studio Musikfabrik, dem Jugendensemble für Neue Musik des Landesmusikrats NRW, öffnet sich das Ensemble und entwickelt sich stetig weiter. Das Nachwuchsensemble feiert in diesem Jahr bereits sein 10jähriges Bestehen. Das doppelte Jubiläum wird mit einem gemeinsamen Kompositionsauftrag an Michael Finnissy gewürdigt, dessen Resultat beide Klangkörper zusammen auf der Bühne des WDR aus der Taufe heben.

Vorangetrieben wurde die Erfolgsgeschichte auch durch große Persönlichkeiten und Projekte: die langjährige Zusammenarbeit mit Mauricio Kagel und mit Karlheinz Stockhausen, die monumentalen Uraufführungen von Stockhausens Klang und Sonntag aus Licht, die Nachbauten der Harry-Partch-Instrumente, um nur einige Meilensteine zu nennen. Nicht zuletzt die 16 Solisten selbst, die den Mut besitzen, völlig neue Instrumente zu lernen, die singen und szenisch agieren, die „einzigartige Hörerlebnisse“ (Allgemeine Zeitung) kreieren, formten und formen einen Klangkörper, der Möglichkeiten schafft, Neues zu entwickeln. Dieses künstlerische Wagnis wäre nicht denkbar ohne die Unterstützung des Landes NRW und der Kunststiftung NRW, die dem Ensemble seit Gründung eine kontinuierliche Förderung zuteilwerden lassen.

Jubiläumskonzerte

Musikfabrik im WDR 59 · Self-Portrait I

Montag, 22. August, 20 Uhr · WDR Funkhaus am Wallrafplatz

Stücke von Gordon Kampe (UA), Tom Johnson, Martin Schüttler und György Ligeti

 

c/o pop

Samstag, 27. August, 21 Uhr · WDR Funkhaus am Wallrafplatz

Mouse on Mars und Ensemble Musikfabrik

 

Kölner Philharmonie · Self-Portrait II

Freitag, 16. September, 20 Uhr
RICHTERS PATTERNS von Marcus Schmickler (UA) in Zusammenarbeit mit Gerhard Richter und Corinna Belz, Stücke von Steve Reich und Morton Feldman

 

Kölner Philharmonie · Self-Portrait III

Freitag, 14. Oktober, 20 Uhr

Stücke von Toshio Hosokawa, Hanspeter Kyburz und John Cage mit Alexandra Waierstall (Choreographie)

 

Musikfabrik im WDR · Self-Portrait IV

gemeinsam mit Studio Musikfabrik

Dienstag, 18. Oktober, 18 Uhr

Stücke von Michael Finnissy (UA), Farzia Fallah (UA), Tansy Davies (UA), John Zorn (UA), Tobias Schwencke (UA), Enno Poppe (UA), Johannes Schöllhorn (UA), Martin Matalon (UA), Robin Hoffman (UA), Liza Lim, Georges Aperghis, Niklas Seidl, Unsuk Chin, Elena Mendoza, Toshio Hosokawa