Mutters Virtuosi. Foto: Stefan Höderath / Deutsche Grammophon

Mutters Virtuosi. Foto: Stefan Höderath / Deutsche Grammophon

Göttliche Gabe und Klopapier

Anne-Sophie Mutter konzertiert seit Jahren immer wieder gemeinsam mit verschiedenen Stipendiaten ihrer Stiftung – um sie an das Leben eines Profi-Musikers heranzuführen und gleichzeitig einem breiten Publikum vorzustellen.

Anne-Sophie Mutter kommt mit ihrem Ensemble Mutter’s Virtuosi ins Festspielhaus Baden-Baden. Auf dem Programm stehen „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi und weitere Meisterwerke am Freitag, 15. April 2016 um 20 Uhr. Mit diesem Konzert beginnen im Festspielhaus die Feierlichkeiten zu Anne-Sophie Mutters 40. Bühnenjubiläum. Weitergefeiert wird im Herbst 2016.

„Ich wollte unbedingt mit meinen Virtuosi auf die Bühne“, sagt Anne-Sophie Mutter. „Sie sind ein integraler Teil meines Lebens, mit Idealen, was man mit Musik in der Gesellschaft bewegen kann.“

Das exklusive Solisten-Ensemble Mutter’s Virtuosi besteht aus gegenwärtigen und ehemaligen Stipendiaten der Anne-Sophie Mutter Stiftung, welche sich der Förderung des musikalisch hochbegabten Nachwuchses verschrieben hat: „Musik berührt nur, wenn sie eine Geschichte erzählt. Und heranwachsenden Geschichtenerzählern bin ich auf der Spur.“

Im Baden-Badener Festspielhaus spielt die Nachwuchs-Formation Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert d-Moll BWV 1043, das aufgrund seiner pikanten kammermusikalischen Anlage in kleiner Besetzung die größte Wirkung entfaltet.

Anschließend präsentieren Anne-Sophie Mutter und ihre Virtuosi mit André Previns Nonett für Streicher eine willkommene Repertoire-Erweiterung: „Komponieren“, so die Geigerin, „hat, abgesehen von Können, natürlich auch ein bisschen mit göttlicher Gabe zu tun. Da sind manche besonders gesegnet, wie André Previn, der ja ein fabelhafter Dirigent ist, ein großartiger Komponist, ein fabelhafter Pianist. Bei ihm ist extrem viel auf einem Menschen gelandet.“

Hauptwerk des Abends ist Antonio Vivaldis berühmter Konzert-Zyklus „Die vier Jahreszeiten“, der einmal mehr beweist, dass Programmmusik keine Erfindung des 19. Jahrhunderts ist: Vivaldi selbst hat jedem Stück ein erläuterndes Gedicht in Sonettform vorangestellt, in dem die außermusikalischen Bezüge der Musik bis ins kleinste Detail erläutert werden. Dass die Musik Vivaldis aufgrund ihrer hohen Medienpräsenz an Wirkung verloren hätte, kann Anne-Sophie Mutter nicht bestätigen: „Auch ich sehe fern und nehme wahr, dass diese armen großen Werke zum Beispiel für Toilettenpapierwerbung verwendet werden. Aber ich kann mich dem Zauber der Musik nie entziehen.“