Gottfried Wagner-Archiv geht an Zentralbibliothek Zürich

Die private Sammlung ist eine Mischung aus Forschungs-und Familienarchiv und bedeutsam, da die Bestände im Kontext der nicht ganz einfachen Rezeption Richard Wagners eine kritische Sichtweise auf die Geschichte der Bayreuther Festspiele erlauben.

Anlässlich des 70. Geburtstages von Gottfried Wagner geht dessen Archiv an die Zentralbibliothek Zürich  aufgrund deren bereits bestehenden umfangreichen Wagneriana-Sammlung zu den Zürcher Jahren des Komponisten. Ein wesentlicher Teil des Archivs ist der umfangreiche Post-Holocaust-Diskurs, der eine Sammlung von Publikationen und Korrespondenzen von Gottfried Wagner mit der jüdischen Welt und die damit verbundenen internationalen Medienreaktionen enthält.

Das Archiv beinhaltet zudem Materialien zu den Themen Judentum im Kontext mit Richard Wagners Vita, Opern und Weltanschauung sowie eine umfangreiche Wagner-Rezeption mit den Schwerpunkten Antisemitismus- und Holocaustforschung, Wagner in Israel, USA, Europa, Australien, Asien und Südafrika.

Das Archiv sei deshalb so wichtig, weil es einen Ausgleich zu den ansonsten Pro-Bayreuth ausgerichteten Sammlungen bilde, teilt die Zentralbibliothek mit. Dr. Gottfried Wagner, Urenkel Richard Wagners, ist international als freiberuflicher Dozent, Autor und multimedialer Regisseur mit den Schwerpunkten europäische Kultur und Politik des 19. und 20. Jahrhunderts, Kurt Weill, Aldo Finzi, Richard Wagner und Franz Liszt tätig. Er hat sich mit der Familie seines Vaters überworfen und tritt öffentlich durch die Kritik an der Verstrickung der Wagner-Familie mit dem NS-Regime hervor.