Eher Fliwatüt als Expressballon, aber absolut weltraumtauglich: Fluggerät in der Dortmunder Frau Luna. Bild: Björn Hickmann

Eher Fliwatüt als Expressballon, aber absolut weltraumtauglich: Fluggerät in der Dortmunder Frau Luna. Bild: Björn Hickmann

Gute Unterhaltung mit Paul Lincke

"Erwarten Sie alles. Weil wir es können. Wir sind die Oper." So die sympathisch fantasieanregende Verheißung der Dortmunder Oper, die bewusst mit der Unmöglichkeit der eigenen Kunstform kokettiert. Mit Frau Luna gelang eine schöne Reise in die Weiten des Opernuniversums.

Nach Paul Abraham nun Paul Lincke: Die Oper Dortmund macht sich um die deutsche Operette verdient. In revuehaften Bühnenbildern und Inszenierungen gelingen so Produktionen, die dem Publikum gefallen und die Begegnung mit Repertoire ermöglichen, um das viele Häuser leider große Bögen machen und sogar lieber minder reizvolle Massenwaren-Musicals spielen, die eigentlich nicht subventioniert gehören.

In der spielfreudigen Regie von Erik Petersen, mit den schönen Choreografien von Kati Farkas und dazu sogar luftakrobatischem Schwebeballett gelingt eine unterhaltsame Aufführung, die Sympathie zu den Figuren entwickeln lässt und zugleich die notwendige Distanz aufrecht erhält, um über sie schmunzeln und lachen zu können.

Wieder setzen die Dortmunder dabei auf angeklebte Microports, also auf einen elektronisch verstärkten Klang der Darsteller. Sinnvoller wäre es möglicherweise, das Orchester auf Salongröße zu verkleinern. Denn die Textverständlichkeit bleibt abhängig von der individuellen künstlerischen Sorgfalt der Darsteller, da helfen bei einigen auch die Mikros nicht. Gesungen wird mitunter auch nicht besonders, vor allem nicht von den "klassischen" Sängern.

Positiv fällt hier der Dortmunder Hausstar Emily Newton heraus. Die amerikanische Sopranistin bietet sogar Gesang im Kopfstand. Und das mit angenehm strahlendem Timbre. Auch Tenor Hannes Brock, der nach der Saison in den Ruhestand geht, wie zu lesen ist, gefiel durch vollen und wortverständlichen(!) Klang. Gut auch Musicalsänger Dirk Weiler als Theophil und Morgan Moody als Lämmermeier. Ansonsten gab es viel Bemühen und auch manches ordentliche Gelingen. Das Orchester spielte die wundervolle Partitur animierend. Also: Auch wenn das Ensemble mit Hausmitteln arbeitet ist diese Frau Luna eine sehens- und mit Einschränkungen auch hörenswerte Produktion. Ausstehende Termine:

So, 06. Mai 2018

Fr, 11. Mai 2018

Do, 17. Mai 2018

So, 27. Mai 2018

Mi, 30. Mai 2018