Tomoko Masur (links vorne), Preisträger Sebastian Pilgrim (hinten rechts), das Ensemble BRuCH und Anna Barbara Schmidt (rechts vorne). Foto: Ch. Kern

Tomoko Masur (links vorne), Preisträger Sebastian Pilgrim (hinten rechts), das Ensemble BRuCH und Anna Barbara Schmidt (rechts vorne). Foto: Ch. Kern

Hagen mit Menschlichkeit und Humor

Sebastian Pilgrim ist nicht nur als mächtiger Opernbass und Liedersänger gefragt. Auch seine Arbeit als Komponist findet Würdigung. Von der Witwe Kurt Masurs erhielt er dafür einen neuen Förderpreis.

Im Rahmen des Deutschen Musikwettbewerbs (DMW) wurde in Leipzig erstmals der Kurt-Masur-Förderpreis der Stiftung Internationales Kurt-Masur-Institut (IKMI) verliehen. Tomoko Masur, Präsidentin des IKMI, überreichte die Auszeichnung an den Komponisten Sebastian Pilgrim für sein Werk: „Vier Gedichte von Kurt Schwitters“ für Frauenstimme, Querflöte, Violoncello und Klavier.

Uraufgeführt wurde es vom Ensemble BRuCH, anlässlich des DMW-Preisträgerkonzerts (Kammermusik) in der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Verbunden ist der Preis in Höhe von 1.000 Euro mit einer Aufführung der Komposition am 21. September 2017 im Gewandhaus zu Leipzig.

In der Preisbegründung heißt es: „Musik muss die Menschen direkt ansprechen. Sebastian Pilgrims Vertonung der vier Schwitters-Gedichte berührt zwei wesentliche Punkte: Menschlichkeit und Humor. In der wunderbaren Interpretation des Ensembles BRuCH erleben kompositorisches Können und musikalisch wie auch literarischer Witz eine gekonnte und vergnügliche Vereinigung.“

Sebastian Pilgrim studierte an der Hochschule für Musik Detmold bei Sabine Ritterbusch Gesang. Nach dem Diplom mit Auszeichnung, folgte er ihr an die Musikhochschule Hannover und beendete dort seine Studien mit dem Konzertexamen. Nach Engagements am Theater Erfurt und am Nationaltheater Mannheim ist er freischaffend tätig. Vor Kurzem gab Sebastian Pilgrim sehr erfolgreich seine Debüts als Hagen (Götterdämmerung) und Fafner (Rheingold) im Mannheimer Ring.

Als Komponist errang er unter anderem mehrere Preise bei „Jugend komponiert“. Im Bereich der Neuen Musik wurde er mit der Uraufführung zahlreicher Werke beauftragt, so von mehreren Opern und zuletzt von dem Liederzyklus „Traumschutt“ des Komponisten Steffen Schleiermacher im Rahmen des Festivals „Sind noch Lieder zu singen?“ der Internationalen Hugo Wolf-Akademie.

Das Internationale Kurt-Masur-Institut (IKMI), mit Sitz in Leipzig, wurde im April 2016 ins Leben gerufen und dient der Bewahrung und Pflege des künstlerischen und zeitgeschichtlichen Erbes von Kurt Masur, als Dirigent, Gewandhauskapellmeister und Gründungsstifter der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung. Die Stiftung Internationales Kurt-Masur-Institut dient weiterhin der Förderung musikalischer Bildung und Ausbildung nach dem Vorbild Kurt Masurs und in der Tradition Felix Mendelssohn Bartholdys. Die Räumlichkeiten des IKMI im Mendelssohn-Haus Leipzig werden mit einem Festwochenende im November 2017 voraussichtlich eröffnet.