Auch in der Hauptkirche St. Michaelis leuchtet das ewgie akustische Licht der Musik. Foto: Arvid Knoll

Auch in der Hauptkirche St. Michaelis leuchtet das ewgie akustische Licht der Musik. Foto: Arvid Knoll

Hamburg kann auch besinnlich

Einkehr und Ekstase, beinahe Stille und Rausch der Klänge, von rein vokal bis rein elektronisch: Das Programm von Lux Aeterna Hamburg lässt die Hörer in vielerlei Genres und Klangwelten Musik als Quelle der Andacht erleben.

Mit einem ausschließlich der Musik des estnischen Komponisten Arvo Pärt gewidmeten Konzert des Chors des Lettischen Rundfunks und der Sinfonietta Riga in der Elbphilharmonie beginnt heute die dritte Ausgabe von »Lux aeterna«, der Biennale für spirituelle Musik aus vielerlei Kulturen. Wieder haben sich dazu die Elbphilharmonie und Hamburgs Orchester und Kirchen zusammengetan, um über drei Wochen hinweg ein vielseitiges Programm anzubieten.

Bis zum 28. Februar laden 21 Konzerte das Publikum zu intensiven Hörerlebnissen ein. Spielorte sind neben dem Großen und dem Kleinen Saal der Elbphilharmonie die drei Hauptkirchen St. Michaelis, St. Katharinen und St. Nikolai am Klosterstern, außerdem die Kulturkirche Altona, der resonanzraum, die Fabrik in Altona und das Kulturzentrum Rieckhof in Harburg.

Erstmals aufgelegt im Jahr 2013 und sich seither einer wachsenden Fangemeinde erfreuend, bietet »Lux aeterna« auch in diesem Jahr wieder ein breites Spektrum an spirituell grundierter Musik.

Neben christlich konnotierten Werken wie Monteverdis »Marienvesper« (11.2, Monteverdi-Chor Hamburg), Verdis »Requiem« (18.2., Chor und Orchester St. Michaelis) oder dem »Bekenntnis« betitelten Programm des Philharmonischen Staatsorchesters mit Musik von Bach, Messiaen und Bruckner (19./20.2., Leitung Kent Nagano) gibt es mit »Lost in Thought« (18./19.2., Mahogany Opera Group) eine »Achtsamkeits-Oper« zu erleben, die sich über vier Stunden erstreckt, eine Aufführung von Benjamin Brittens vom Nô-Theater inspiriertem Werk »Curlew River« (28.2., mit Ian Bostridge als Madwoman) und einen Soloabend auf der chinesischen Guqin, einer siebensaitigen Zither (22.2. mit Cai Jiyue).

Das NDR Elbphilharmonie Orchester spielt Mahlers »Auferstehungssinfonie« (24./26.2., Leitung Thomas Hengelbrock, Annette Dasch und Gerhild Romberger, Gesang), die Symphoniker Hamburg gestalten einen Abend unter dem Motto »Von der ewigen Liebe« mit Musik von Rachmaninow, Bernstein, Messiaen und Bartók (26.2., Leitung Robert Trevino, James Ehnes, Violine). Die Orgel der Elbphilharmonie erlebt unter den Händen und Füßen von Olivier Latry aus Paris ihren zweiten Soloabend (21.2.). Am Synthesizer bearbeitete Klänge eben dieser neu erbauten Klais-Orgel präsentiert der britische Elektronik-Tüftler John Chantler im resonanzraum (16.2.). Das irisch-amerikanische Deep-Folk-Quintett The Gloaming (27.2.) wird im Kleinen Saal der Elbphilharmonie mit seiner Herz und Seele erweiternden Musik für glänzende Augen sorgen.

Der 1928 entstandene Stummfilm »Jeanne d'Arc« von Karl Theodor Dreyer über das katholische Kriegermädchen Johanna von Orléans wird vom Orlando Consort ganz zeitgerecht mit Vokalmusik aus dem 15. Jahrhundert live begleitet (14.2.), und Jeroen Baerwarts, aus Belgien stammender Trompeter und Sänger mit Wohnsitz Hamburg, bringt mit dem Bläserensemble Salaputia Brass religiöse und spirituelle Musik von der Renaissance bis zum Jazz in die Kulturkirche Altona (11.2.).

»Lux aeterna« ist ein gemeinsames Festival von Elbphilharmonie Hamburg, NDR Elbphilharmonie Orchester, NDR Chor, Ensemble Resonanz, Symphoniker Hamburg, Monteverdi-Chor Hamburg, Hauptkirche St. Michaelis, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, arabesques – das deutsch-französische Kulturfestival und Konfuzius-Institut an der Universität Hamburg. Muss man dieser Tage eigens erwähnen, dass die Konzerte in der neuen Elbphilharmonie natürlich schon ausverkauft sind?