High End München, Vorführraum. Foto: High End Society

High End München, Vorführraum. Foto: High End Society

High End zieht positive Bilanz

Streaming und mobiles Hören waren bei der Fachmesse High End große Themen. Aber auch hochkarätige Hifi-Anlagen für physische Tonträger bleiben für viele Hersteller wichtige Märkte.

Die viertägige Hifi-Fachmesse High End in München ging zu Ende und zieht eine positive Bilanz. Insgesamt wurden 530 Aussteller (Vorjahr: 538) aus 41 Nationen und 19.899 Besucher (Vorjahr: 21.412) gezählt, darunter 7.557 Fachbesucher (Vorjahr: 8.002) aus der ganzen Welt. Damit erfuhr die Besucherzahl einen leichten Rückgang gegenüber der Veranstaltung im Vorjahr. Bei einem Anteil von 56 % kam gut jeder zweite Journalist aus dem Ausland in die Isar-Metropole. Womöglich habe das schon fast hochsommerliche Wetter über alle vier Messetage hinweg so manchen potenziellen Besucher aus der Region eher zu einem Ausflug ins Grüne als zu einem Messebesuch bewegt, vermuten die Veranstalter.

Für die Fachwelt eines der weltweit bedeutendsten Events der Audiobranche, für das Publikum eine einzigartige Erlebniswelt – zwischen diesen Polen bewegte sich auch in diesem Jahr die High End. Der Anteil der internationalen Fachbesucher lag bei 70 Prozent. Nach Deutschland sind die vier stärksten Besuchernationen Großbritannien, Schweiz, Italien und die Niederlande.

Es ist die Mischung aus Musikvorführungen, dem Schaulaufen edelster Gerätschaften, Workshops und spannenden Vorträgen, die die High End schon seit Jahrzehnten ausmachen und Händler, Endverbraucher sowie Vertreter aus der Audio- und Zuliefererbranche zur Messe nach München zieht.

Zufrieden zeigte sich der Geschäftsführer der High End Society, Stefan Dreischärf, über den Messeverlauf, nur die Besucherzahl habe nicht ganz die Erwartungen erfüllt. Dies war jedoch bei den gemeldeten hochsommerlichen Temperaturen bereits im Vorfeld abzusehen. Der stellvertretende Vorstand, Jürgen Timm, zog eine positive Bilanz: „Wir blicken auf vier Tage intensiver Gespräche mit Fachhandelspartnern, Presse und Endverbrauchern zurück. Herausstellen möchte ich dabei das hohe Interesse der Endverbraucher an qualitativen Vergleichen zwischen Streaming-Lösungen und herkömmlicher CD-Wiedergabe. Die High End hat sich als ‚the place to be‘ auch beim internationalen Publikum etabliert und ist somit Pflichttermin auch in 2019.“

Das Interesse der Verbraucher an einer guten Musikwiedergabe ist ungebrochen – und zwar jederzeit und überall. Multiroom- und Streaming-Komponenten für zuhause und unterwegs boomen. Gleichzeitig existiert aber auch eine Reminiszenz an die analoge und haptische Welt, und damit besteht weiterhin eine Nachfrage nach klassischem HiFi und Tonträgern zum Anfassen. Der Vorstandsvorsitzende, Kurt Hecker, freute sich über die durchweg positive Stimmung bei den Ausstellern: „München ist der Treffpunkt der internationalen Audiobranche. Nur hier können sich Besucher und Journalisten aus dem In- und Ausland über die neuesten Entwicklungen und Innovationen in der Audiobranche umfassend informieren und sich vom Know-how und der Leistungsfähigkeit der Branche überzeugen.“      

Die diesjährige High End stand ganz im Zeichen der Musik. Die norwegische Komponistin und Sängerin Kari Bremnes war als besonderer Gast auch gleichzeitig Markenbotschafterin der High End 2018. Die Messebesucher konnten die Künstlerin live bei einer Autogrammstunde erleben und dort ihr neues Album handsigniert erwerben. Am zweiten Messetag, am 11.05, strömten dann auch zahlreiche Fans zur Autogrammstunde von Kari Bremnes.

Ein weiterer Höhepunkt war das Eintreffen von Till Brönner. Er erhielt vom Verein „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ einen Ehrenpreis und wurde damit im Rahmen der Talkrunde „Quartett der Kritiker“ ausgezeichnet. Innerhalb dieser Veranstaltung wurden seine Tonträger auf einer hochwertigen Anlage vorgeführt. Till Brönner zeigte sich beeindruckt von der ausgezeichneten Klangqualität.

Zu den besucherstärksten Themenschwerpunkten zählten Musikserver & Streaming in der Praxis, Raumakustik, die Geschichte von Luciano Pavarottis erster unveröffentlichter Tonband-Aufnahme und außerdem Ursachen, Auswirkungen und Maßnahmen in Verbindung mit Elektrosmog durch Elektromobilität.