Anna-Lena Schnabel. Foto: Haberland

Anna-Lena Schnabel. Foto: Haberland

Hildener Jazztage - geballte Vielfalt

Heimlicher Star der 24. Hildener Jazztage soll der Groove werden.

„In diesem Jahr ist die halbe Welt bei uns zu Gast", erklärt Peter Baumgärtner, Jazzdrummer und kreativer Kopf des Festivals. Er betont: „Es spielen Künstler brasilianischer, chilenischer, kubanischer, libanesischer und südafrikanischer Herkunft. Ihr musikalischer Background ist vielfältig, aber etwas haben sie alle gemeinsam: Sie grooven. Garantiert!"

Dienstag, 18. Juni 2019 

Los geht´s im Kunstraum Gewerbepark-Süd an der Hofstraße 64 mit einer echten Entdeckung: Um 20.00 Uhr kredenzen Pianist Henrique Gomide aus Brasilien, der chilenische Bassist Jean Louc Cammas und der niederländische Schlagzeuger Antoine Duijkers gemeinsam einen Sommercocktail aus Jazz und Latin.    

Mittwoch, 19. Juni 2019  

Die Teilnehmer des Jazzworkshops stellen um 19.15 Uhr im Heinrich-Strangmeier-Saal der Musikschule Hilden an der Gerresheimer Straße 20 ihr Programm vor. Ein außergewöhnliches Klangprojekt  erwartet die Zuhörer dann um 20 Uhr: Zum 10-jährigen Bestehen der renommierten Konzertreihe „Klang Art im Skulpturenpark" entstand in der Nachbarstadt Wuppertal die Idee einer Verbindung von Kammermusik und Jazz-Solisten, mit der Vergabe von Auftragskompositionen an drei Protagonisten des Wuppertaler Jazz: An Roman Babik, Mathias Haus, Jan Kazda und der Kammerphilharmonie Wuppertal von Werner Dickel, Professor der Musikhochschule Köln/Wuppertal und langjähriges Mitglied des weltweit bekannten Ensemble Modern.

Donnerstag, 20. Juni 2019  

Good Vibrations unter freiem Himmel sind ab 15 Uhr im Wohnstift Haus Horst an der Horster Allee 12 – 22 angesagt. Opening-Act bei „Jazz im Park" sind  Woodhouse feat. Gaby Goldberg unter der musikalischen Leitung des Drummers und Arrangeurs Rolf Drese. Das Septett präsentiert Songs aus dem „Great American Songbook" in frisch-frechen Interpretationen.

"Gypsy Jazz Today" lautet das Motto des Pianisten Jermaine Landsberger, der anschließend mit seinem Trio und dem Gaststar, dem jungen Violinisten Sandro Roy, auftritt. Um 18.45 Uhr werden Kategorien wie „Free Jazz" oder „Weltmusik" in der Reformationskirche am Markt 18 überflüssig, obwohl man sie sicher hier und da durchblitzen hört. Der rote Faden sind die Tiefen, die Weiten, die Intensitäten, aber vor allem die Freiheiten der menschlichen Stimme. Das heißt: Orchestrale Improvisationen ohne Holz, Saiten und Blech. Bigband Arrangements ohne Bigband. Elektropop ohne Kabel und Steckdose. Stattdessen volle Stimme und Seele! Alex Morsey, Julia Zipprick, Anke Jochmaring, Lisa Charlotte Müller, Bianca Körne, Lutz Ewel, Christina Michel, Matthias Ortmann, Christopher Klassen,  Niklas Genschel, Eva  Buchmann,  Simon Herwig, Hannah Köpf, Sonja Katharina Mross, Imke Johanne Spöring, Than Mai Kieu ,  Judith Simon, Til Brückner, Julia Wendel - MASAA (arabisch: Abenddämmerung), das derzeit wohl spannendste Ethno-Jazz-Quartett auf deutschen Konzertbühnen, gibt sich um 20.30 Uhr im Silo der Gottschalksmühle, Mühle 64, die Ehre.  

Freitag, 21. Juni 2019  

Im QQ TEC an der Forststraße 73 entführt der Ausnahmegitarrist Frank Wingold, Professor für Jazzgitarre an der Musikhochschule in Osnabrück, das Publikum mit seinem Trio um 19.30 Uhr in eine musikalisch hochspannende, mehrdimensionale Parallelwelt.

Kraftvoll spritzige Grooves, explosiver Swing, poetische Balladen - Saxofonistin Karolina Strassmayer, Drummer Drori Mondlak, Pianist Rainer Böhm und  Bassist Hans Glawischnig rocken ab 21 Uhr mit ihrer Formation KLARO! das Haus. Ihr Projekt "Soul Miners" verbindet die Lyrik der europäischen Klassik und Folklore mit der rhythmischen Kraft des amerikanischen Jazz und der harmonischen Raffinesse zeitgenössischer Musik.

Eine Institution der Jazztage ist die Reihe „Blue Note Special" im Blue Note an der Klotzstraße 22. Ab ca. 22.45 Uhr begegnen hier zwei Youngster der deutschen Jazzszene zwei arrivierten Vollblutmusikern: Die Saxofonistin Anna-Lena Schnabel, Preisträgerin des Echo Jazz 2017, und der Drummer Moritz Baumgärtner (nicht verwandt mit Peter Baumgärtner), jazzen mit dem bekannten Gitarristen Axel Fischbacher und dem Bassisten Stefan Rademacher. Zu später Stunde wird improvisiert und gejammt, was das Zeug hält. Der Geheimtipp – nicht nur für Nachtschwärmer.    

Samstag, 22. Juni 2019       

Sponsored by: Drei Konzerte der Spitzenklasse erwarten die Besucher der „International Jazznight" in der Stadthalle am Fritz-Gressard-Platz 1. Zum Auftakt um 19.30 Uhr betört der kubanische Pianist Ramón Vallé mit unbändiger Spielfreude, mitreißender Rhythmik und gefühlvoller Ausdruckskraft. Bassist Omar Rodriguez Calvo, ebenfalls kubanischer Herkunft, und der niederländische Drummer Jamie Peet begleiten ihn dabei.

Gegen 21 Uhr ist es dann soweit: Vorhang auf für den Schlagzeug-Maestro! Wolfgang Haffner ist ohne Zweifel der  bekannteste deutsche Drummer. Ob Jazz, Funk, Pop oder Electro – Haffner beherrscht sämtliche Genres populärer Musik mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht. In Hilden präsentiert Haffner gemeinsam mit dem Vibraphonisten Christopher Dell, Simon Oslender am Piano und Claus Fischer am Bass sein aktuelles Projekt „Kind of Spain". Traditionelle spanische Musik verbindet sich mit Jazz.

Let´s have a party mit Pimpy Panda! Wenn um ca. 22.30 Uhr im Foyer der Stadthalle der Panda freigelassen wird, vibriert jeder Körper! Da braucht es eine Menge Selbstbeherrschung, um die Füße auch nur einen Moment lang still zu halten. Neun herausragende Musiker, darunter bekannte Gäste wie Kirk Fletcher und Gary Winters, hat Bassist Daniel Hopf um sich versammelt und eine schweißtreibende Mixtur aus Funk, Soul, Jazz und Pop-Fusion angerührt. Fantastische Stimmen, ungezügelte Energie, funkensprühende Solisten und ein Groove, der nur eine Richtung kennt: Vorwärts!

Sonntag, 23. Juni 2019  

Eine der schönsten Locations der Jazztage, die Grünanlage der Capio Klinik im Park an der Hagelkreuzstraße 37, wird ab 14 Uhr zum Openair-Wohnzimmer der Musikfans. Pianistin und Sängerin Natalia Kiés eröffnet den Nachmittag mit Kompositionen jenseits gängiger Genre-Schubladen.

Soulful Jazz und energiegeladenen Hardbop vom Feinsten zelebriert um ca. 15.30 Uhr die niederländische Formation RED. Organist Bob Wijnen lässt die Hammond blubbern, Wouter Kühne trommelt die vertracktesten Rythmen, Saxofonist Gideon Tazelaar und die bekannte Trompeterin Ellister van der Molen schicken atemberaubende Soli in den Hildener Himmel. 

Um 17.00 Uhr betritt die international gefeierte Formation Seba Kaapstad die Bühne und präsentiert ihr neues Album „Thina". Die Songs erzählen realistisch und doch optimistisch Geschichten über Liebe und Verlust, also über das Leben. Genauer gesagt: Stories aus dem Leben der Bandmitglieder Zoe Modiga, Ndumiso Manana, Philip Scheibel und Sebastian Schuster.

Das Festival klingt traditionell im Wilhelm-Fabry-Museum an der Benrather Str. 32 a in Hilden aus. Um 18.45 Uhr treffen dort zwei Improvisatoren aufeinander: der Hamburger Schlagzeuger Björn Lücker und der Kölner Posaunist Andreas Schickentanz – sicherlich eine ganz ungewöhnliche Kombination! Lassen Sie sich überraschen!