Christina Landshamer. Foto: Marco Borggreve

Christina Landshamer. Foto: Marco Borggreve

Hotspot moderner Kammermusik

Das resonanzraum Festival ist das internationale Musikfest des Ensemble Resonanz im Bunker St. Pauli. Vom 20. bis 22. Juni 2019 lädt es wieder zum Gipfeltreffen experimenteller Musikkultur - mit Kammermusik, Improvisationen und Elektronik, Videokunst und Tanzbarem, Austausch und offener Bar.

Nach der ersten Festival-Ausgabe 2018, bei der griechische, türkische und persische Klangkunst im Fokus standen, schlägt das Programm in diesem Jahr einen Bogen von der Ideen- und Musikwelt der Romantik ins Hier und Jetzt. An drei Konzerttagen geht das Festival auf die Suche nach der blauen Blume: bei romantischen Liedern mit Christina Landshamer, gesungenen Liebesbriefen von Jan Plewka, Naturfilmen des Künstlers Wolfgang Lehmann, neu vertont von Felix Kubin, mit den Elektronik-Künstlern Paul Frick und Horatiu Serbanescu, bei urban string im benachbarten Club Uebel & Gefährlich.

Der Festivalpass berechtigt zum Eintritt zu allen Veranstaltungen des resonanzraum Festivals. Das Programm im Überblick:

Do 20. Juni, 19 Uhr - "waldgespräche" mit Christina Landshammer Waldgespräche, barfuß und Erleuchtungen mit Nachtigall. Auf der Lichtung hebt die Welt an zu singen. Mit der Sopranistin Christina Landshamer und dem Ensemble Resonanz.

Do 20. Juni, 22 Uhr - "dragonflies with birds and snake" feat. Felix Kubin Ein flackernder Hardcore-Naturfilm des Künstlers Wolfgang Lehmann zerstäubt die Sinne, neu vertont von Felix Kubin. Danach: Glühwürmer auf Eis.

Fr 21. Juni, 18 Uhr - "menele" - vinyl talk mit Jan Plewka und Sebastian Reier Jan Plewka, Sebastian Reier und Horatiu Serbanescu hören Platten und reden. Von rumänischem Menele über Märchen, Mythen und Lieder zu nackten Seelen im Pop.

Fr 21. Juni, 21 Uhr - "juliette letters" feat. Jan Plewka Mondbeglänzte Briefe ins Unbekannte, gesungen von Jan Plewka, begleitet vom Ensemble Resonanz.

Fr 21. Juni, 22 Uhr - "late night set" mit Horatiu Serbanescu Hymnen an Nacht und Melodie: Der Elektronik-Künstler Horatiu Serbanescu nimmt uns mit in seine transsilvanische Garage. Danach: Tanz zu bulgarischem Techno im Neunachteltakt.

Sa 22. Juni, 11 Uhr - "lieder - salon" mit Christina Landshamer Und meine Seele spannte / weit ihre Flügel aus... Christina Landshamer singt romantische Lieder, wir trinken schwarzen Kaffee. Danach: Ein Salongespräch über aktuelle politische Bezüge zum "Romantischen" und was davon geblieben ist.

Sa 22. Juni, 20:30 Uhr - "alltagspoesie" feat. Paul Frick Ein URBAN STRING im resonanzraum Festival goes Uebel& Gefährlich. Mit Live-Elektronik, analogem Techno und Kompositionen von Paul Frick im Spiegel der Romantik.

Sa 22. Juni, 22:30 Uhr - "wider die entzauberung" Festival-Party Rausch bis zur Götterdämmerung. Mit Paul Frick, Felix Kubin, Sebastian Reier aka Booty Carrell u.m.

Stimmen zum resonanzraum Festival 2018. "In Zeiten, in denen die Welt immer unübersichtlicher wird, sehnen sich viele Menschen nach geordneten Verhältnissen und Orientierungspunkten. Der Philosoph und Demokrat John Dewey hingegen rief dazu auf, ein produktives Verhältnis zur Unordnung zu entwickeln. Denn im Gegensatz zu starren Ordnungskräften mobilisiere sie eine 'rhythmisch fortschreitende Entwicklung'. Versuchen wir also die Welt nicht als etwas Statisches, sondern als etwas im Prozess Befindliches mit Rhythmus und Klang zu begreifen. Dabei kann uns die Musik und das musikalisch reisende resonanzraum Festival helfen." Dr. Carsten Brosda, Hamburger Senator für Kultur und Medien, zum resonanzraum Festival 2018.

"Die musikalischen Möglichkeiten quantifizieren sich schier unermesslich, was zwischen den Musikern passiert, ist jazzphilosophisch. Moderner könnte klassische Musik im Zeitalter der Vernetzung und der körperlosen, digitalen Allverfügbarkeit nicht sein. Und richtigerweise strengt es trotzdem an: Das Entgrenzte ist für die Hörer auch eine Herausforderung, und sie applaudieren wie berauscht." niusic.de, Hannah Schmidt.

"Wir freuen uns, dass wir in diesem dreitägigen Kammermusikfest in verdichteter Form zeigen konnten, was den resonanzraum als Ort besonders macht: In der kommunikativen Atmosphäre eines Clubs trifft hier hohe künstlerische Qualität auf großen Mut zum Experiment - und auf ein neugieriges Publikum ganz verschiedener musikalischer Prägung und sub-, pop- und soziokultureller Herkunft." Tobias Rempe, Geschäftsführer Ensemble Resonanz.