Festspielorchester Göttingen. Foto: Frank-Stefan Kimmel

Festspielorchester Göttingen. Foto: Frank-Stefan Kimmel

Im Glaubens- und Zweifelsfall Händel

Inspiriert vom Reformationsjubiläum in diesem Jahr stehen die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen im Mai 2017 unter dem Motto „Glaube und Zweifel". Der Künstlerische Leiter Laurence Cummings und Intendant Tobias Wolff haben das Programm vorgestellt

Mit der „Brockes-Passion" am 25. Mai, den Oratorien „Israel in Egypt" (14. Mai) und „Luther in Worms" (21. Mai) sowie dem Konzert des Ensembles Concerto Romano am 27. Mai mit katholischer Kirchenmusik von Händel und seinen italienischen Zeitgenossen spielt die Kirchenmusik im Programm der Festspiele 2017 vom 11. bis 28. Mai eine besondere Rolle.

Gleichzeitig stärken die Festspiele mit drei Musiktheaterproduktionen in szenischer bzw. halbszenischer Aufführung ihr Profil als Niedersachsens einziges Opernfestival. Im Mittelpunkt: Georg Friedrich Händels Oper „Lotario" im Deutschen Theater Göttingen in der Regie des im venezolanischen Caracas geborenen Regisseurs Carlos Wagner – die Aufzeichnung der Premiere am 19. Mai ist bei freiem Eintritt vier Tage später auch als Public Viewing in der Lokhalle zu sehen. Am Pult steht Laurence Cummings, der bei insgesamt sechs Vorstellungen das FestspielOrchester Göttingen dirigiert.

„Lucio Cornelio Silla" – Dorothee Oberlingers erstes Operndirigat – ist in einer halbszenischen Darbietung mit barocken Kostümen und historischer Gestik am 20. Mai in der Stadthalle Göttingen zu erleben. Für Haydns „Orfeo ed Euridice" hat das Göttinger Symphonie Orchester eine Star-Besetzung u. a. mit Simone Kermes eingeladen.

Zu der Riege namhafter Stars im diesjährigen Festspielprogramm zählen auch ECHO Klassik-Preisträger Avi Avital und Andreas Staier, Publikumsliebling Dominique Labelle (Galakonzert am 13. Mai) und der Slam-Poet Pierre Jarawan, 2016 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Liebhaber des Dichters Barthold Heinrich Brockes dürfen sich auf das Brockes-Festival im Festival freuen: Neben Händels Vertonung der Brockes-Passion nehmen das Festspiel-Symposium, der Festvortrag von Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma und das Ensemble Continuum in ihrem Nachtkonzert den Hamburger Dichter näher in den Blick.

Beim Jugendopernprojekt „Beyond Doubt: Lotario" setzen sich jugendliche Flüchtlinge sowie Schülerinnen und Schüler aus Göttingen mit der Festspieloper auseinander.  Insgesamt präsentieren die Festspiele rund einhundert Veranstaltungen, davon über 30 Konzerte und Opernvorstellungen mit über 500 Künstlern. Der Gesamtetat liegt bei ca. zwei Millionen Euro. Der öffentliche Vorverkauf beginnt am 13. Februar 2017.