Niederrheinische Sinfoniker in der Selbstspiegelung. Foto: Matthias Stutte

Niederrheinische Sinfoniker in der Selbstspiegelung. Foto: Matthias Stutte

Im Westen viel Neues

Das grenzt ja schon an Demokratie: Bei den niederrheinischen Sinfonikern kann das Publikum abstimmen, welches Werk es hören will. Zuvor durften die Musiker ihre Favoriten benennen.

Der Krefelder und Mönchengladbacher Generalmusikdirektor Mihkel Küston hat die neue Konzertsaison 2016/17 der Niederrheinischen Sinfoniker vorgestellt. Sie bietet populäre Kompositionen ebenso wie weniger bekannte Werke, die neue Entdeckungen für das Publikum ermöglichen.

Hierzu zählen das zeitgenössische Fagottkonzert von Christopher Theofanidis, das im 4. Sinfoniekonzert erklingen wird, oder im 2. Sinfoniekonzert die Sinfonie Nr. 2 von Carl Nielsen, in der der Däne die vier menschlichen Grundcharaktere vertonte. Eine Besonderheit erwartet das Publikum im ersten Sinfoniekonzert. Hier dürfen die Zuhörer aus einer Auswahl von vier Werken selbst entscheiden, welches als Abschluss des Konzerts erklingen soll.

„Ich habe zunächst unsere Orchestermusiker befragt, welche Werke sie gerne einmal wieder spielen wollen. Aus dieser ‚Orchesterwunschliste‘ habe ich dann die vier Werke für die Publikumsabstimmung ausgesucht. Bis zum 1. Juni können alle Konzertfreunde per Mail an meinfavorit@niederrheinische-sinfoniker.de ihre Stimme abgeben.“, berichtet Kütson.

Neben interessanten Werken erwartet das Publikum in der neuen Saison 2016/17 auch wieder eine Auswahl renommierter Gastsolisten. So wird beispielsweise im 2. Sinfoniekonzert Bernd Glemser zu hören sein, der seit Jahrzehnten zur Weltspitze der Pianisten gehört, im 3. Sinfoniekonzert zeigt hingegen der Cellist Julian Steckel, der 2010 den ersten Preis sowie zahlreiche Sonderpreise beim ARD-Musikwettbewerb gewann, sein beeindruckendes Können.

Im 7. Sinfoniekonzert sind hingegen – bereits traditionell – mit den neuen Preisträgern des Wettbewerbs „Bühne frei“ Nachwuchstalente aus dem Raum Niederrhein zu hören. Diesmal ist der Wettbewerb für Harfenisten/innen ausgeschrieben sowie für Streicher/innen. Letztere können sich erstmals sowohl solistisch als auch als Ensemble bewerben. Als weitere Neuerung finden die Wertungsspiele 2016/17 öffentlich statt.

Im Bereich der Chorkonzerte steht Anfang November der „Messias“ von Georg Friedrich Händel auf dem Programm, im März erklingen hingegen Werke für Chor und Blechbläser.

Unter den Sonderkonzerten finden sich das beliebte Klassik Open Air auf Schloss Rheydt (diesmal unter dem Motto „Thank you for the music“), die neue Kino-Sinfonie im Open Air Kino auf der Krefelder Rennbahn (gezeigt wird der Stummfilmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“ mit der Musik von Stéphane Fromageot) und die traditionellen „Neujahrsgrüße aus der ganzen Welt“.

Die Kammerkonzertreihe der Sinfoniker wächst 2016/17 auf sechs Programme, herausgehoben seien das vierte Konzert „Klangfarben“ mit Live-Malerei von Marlene Dammers und das von der gesamten Cellogruppe der Sinfoniker gestaltete 5. Kammerkonzert „Cello!“.

Für die kleinen Konzertfreunde werden die Abo-Konzerte weiterhin um 11 Uhr und um 12.30 Uhr angeboten. Gemeinsam mit Konzertkobold Kiko (Paula Emmrich) erkunden die kleinen wie großen Musikfreunde den hohen Norden, lernen den Komponisten Ludwig van Beethoven (Christopher Wintgens) kennen oder besuchen „Mr. Fellners Wetterstation“.

Aufgrund des großen Erfolgs können Schulklassen in den Punkt 11-Schulkonzerten abermals den „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens oder die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak kennenlernen.

Eine Übersicht aller Konzerte und Angebote der Niederrheinischen Sinfoniker in der Saison 2016/2017 bietet das neue Konzertjahresheft. Auf abermals 72 Seiten finden die Leser viele Informationen zu den verschiedenen Konzerten, Solisten und Abonnements. Optisch gibt es dabei eine Neuerung: Auf dem Titelbild des Heftes schimmert eine verlockende, in sanften Wellen dahinfließende Wasseroberfläche – und für ihre Fotoaufnahmen haben sich die Niederrheinischen Sinfoniker ins Badezentrum Bockum begeben. „Wir möchten unser Publikum und alle Musikinteressierten einladen, in die Musik der Niederrheinischen Sinfoniker einzutauchen.“, verrät Marketingleiterin Saskia Fetten. Die Wasser- und Schwimmbadmotivik bezieht sich auf einen Imagefilm der Niederrheinischen Sinfoniker, der bei der Kino-Sinfonie 2015 bereits gezeigt wurde und in Kürze auf der Homepage des Theaters erneut zu sehen ist.