Die heimliche Ehe von Cimarosa gefiel in Innsbruck. Foto: Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen

Die heimliche Ehe von Cimarosa gefiel in Innsbruck. Foto: Rupert Larl/Innsbrucker Festwochen

Innsbrucker Festwochen klingen aus

Die Innsbrucker Festwochen, die mit dem Finalkonzert des 7. Cesti Wettbewerbs und einer „Musik im Gottesdienst“ zu Ende gehen, ziehen eine äußerst positive Bilanz. Die Opern und Konzerte fanden hohen Zuspruch beim Publikum, insgesamt verbuchen die Festwochen eine Auslastung von 97%.

 

 

 

Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi äußerte sich mehr als zufrieden mit den diesjährigen Festwochen: „Ich habe so viel Begeisterung und Freude gespürt – nicht nur im Orchestergraben, sondern in der ganzen Stadt. Es war ein fantastischer Sommer mit vielen Höhepunkten, einem großartigen Publikum und einem perfekt eingespielten Team.“

Für großen Beifall bei den Besuchern und in zahlreichen Feuilletons sorgte Alessandro De Marchi mit der Opernkomödie „Il matrimonio segreto“. Ein „musikalischer Hochgenuss“, so die Neue Zürcher Zeitung, bei dem „die Spannung während dreier Stunden nie nachlässt“. Der Orchesterklang sei „so fein gewirkt wie die Stoffe der Roben“ staunte Der Standard. De Marchi bringe „die betörende, eminent theatertaugliche Musik Cimarosas mit der fabelhaften Academia Montis Regalis zauberhaft zur Geltung“, pflichtet die Schwäbische Zeitung bei. Der Bayrische Rundfunk lobte auch die in einem Hühnerstall angesiedelte Inszenierung (Regie/Kostüme: Barbe&Doucet), die „in keinem Moment albern oder gar lächerlich über die Bühne kommt, sondern überaus charmant und witzig“ sowie „das Ergebnis einer hochoriginellen Ausstattung“ sei. Die Tiroler Kulturredaktionen schwärmten von der „Fundgrube des musikalischen Humors“ (Tiroler Kronenzeitung), dem „fabelhaften Gesang“ (Tiroler Tageszeitung) sowie dem „akustischen Hochgenuss“ (ORF Tirol).

Ebenfalls mit Zustimmung aufgenommen wurde auch die zweite szenische Produktion, die BAROCKOPER:JUNG „Le nozze in sogno“, die erst kürzlich Antonio Cesti zugeordnet werden konnte. „Mit der Wiedererweckung dieser Preziose hat das Innsbrucker Festival nicht zum ersten Mal die Schatzgräber-Rolle übernommen“, spendet die Süddeutsche Zeitung Beifall zur Pionierarbeit bei den Festwochen. Das Ensemble Innsbruck Barock, zusammengesetzt aus Studenten der Universität Mozarteum unter der Leitung von Enrico Onofri, spielte „mit lustvoller Verve, energetischer Präsenz und überzeugender Akkuratesse“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Das junge Sängerensemble, das aus Teilnehmern des letztjährigen Cesti-Wettbewerbs bestand, „wusste stimmlich zu brillieren und bot auch schauspielerisch eine großartige Leistung“, lobte der Neue Merker.

Weitere Höhepunkte waren die konzertante Aufführung von Glucks „Alceste“ unter der Leitung des langjährigen Künstlerischen Leiters der Festwochen, René Jacobs, der Introitus – geleitet von Howard Arman – mit begeisterten Tiroler Musikern und Sängern, Mozarts „Krönungsmesse“ unter der Leitung von De Marchi sowie die zahlreichen Konzerte auf Schloss Ambras, im Riesensaal der Hofburg und in den Kirchen. Weitgehend positiv wurden auch die experimentelle Ausflüge in die Moderne aufgenommen: im Treibhaus erlebte ein buntgemischtes Publikum einen Mix aus Techno und Originalklang, in der Hofkirche lotete Wolfgang Mitterer die Ebert-Orgel mit elektronischem Instrumentarium aus.

2016 widmeten heimische und internationale Medien dem Festival große Aufmerksamkeit. Insgesamt berichteten 89 Journalisten aus 16 Ländern von den 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.
Rund 9.900 Besucher kamen zu den Opern und Konzerten der diesjährigen Festwochen. Das Schlossfest Ambras und die kostenlosen Veranstaltungen „Introitus“, „Concerto mobile“, „Musik im Gottesdienst“, „Mit Pauken und Trompeten“ sowie die „Lunchkonzerte lockten rund 16.500 Gäste an. Die Gesamtbesucherzahl bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2016 wird somit rund 26.400 Personen betragen. „Eine höchst erfreuliche Bilanz“, zeigen sich Geschäftsführer Markus Lutz und Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens zufrieden mit dem Ergebnis. „Die extrem hohe Auslastung und das Interesse des heimischen und internationalen Publikums an den Festwochen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“