Patrick Kabongo. Foto: David Morganti

Patrick Kabongo. Foto: David Morganti

Inszenierung mit staatlichem Sonderzuschuss

Vier Rossini-Opern sowie eine große Kantate stehen auf dem Programm in Wildbad, zweimal wird der besondere Konzertort Ganz oben! auf dem Baumwipfelpfad bespielt. Es singt u. a. Belcanto-Hoffnung Patrick Kabongo.

Eröffnet wird das Rossini-Festival am 12. Juli mit einem Konzert von Solisten und dem Festivalchor auf dem Baumwipfelpfad. Am ersten Festivalwochenende folgen die ersten zwei Opernpremieren im Kurtheater, wobei alle Veranstaltungen elegant den dominanten König Fußball am WM-Schlusswochenende gewissermaßen umdribbeln.

Das Festival feiert seine eigene kleine Meisterschaft am 23. Juli mit dem Match mit Rossini, das Musik, Sport und Gaudi zu einem guten Zweck vereinigen wird. Unter der Leitung des international gefragten Musikdirektors Antonino Fogliani wird Rossinis letztes Hauptwerk, die Petite messe solennelle, zweimal gespielt. Beim Jubiläumskonzert am 24. Juli auf dem Baumwipfelpfad wird diese nur dem Titel nach „kleine“ Messe gemeinsam mit der Uraufführung Caïn des italienischen Komponisten Francesco Carluccio gegeben, das Stück hat eine sehr ähnliche Besetzung.

Bei diesem Anlass soll auch der im vergangenen Jahr verstorbene Alberto Zedda postum für seine Verdienste um Rossini in Wildbad und das Werk des Komponisten geehrt werden. Zedda hat als Dirigent und Lehrer mehr als 10 Jahre lang maßstabsetzende Aufnahmen in Bad Wildbad dirigiert und damit das heutige Verständnis von Rossini geprägt. Seine Witwe Cristina Vázquez-Zedda wird den Preis Il Rossini in Cima – (Rossini auf dem Gipfel) am 24. Juli auf dem Turm des Baumwipfelpfades entgegennehmen. Die szenische Hauptproduktion Moise – Moses und Pharao, wird von Fabrizio Maria Carminati dirigiert, der damit erstmals in Wildbad die musikalische Leitung hat. Die Besetzung – mit zwei Bässen in den Hauptrollen! – bringt neben einem Wildbad-Debütanten, dem russischen Bass Alexej Birkus als Moïse, den bereits bestens eingeführten Luca Dall'Amico als seinen machtvollen Gegenspieler Pharaon. Elisa Balbo, die im Vorjahr bejubelte Anna in Maometto II, singt die Anaï. Mit modernsten Mitteln richtet Jochen Schönleber diese grand opéra szenisch ein.

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat dem Festival hierfür dankenswerterweise einen Sonderzuschuss bewilligt. Altmeister Gianluigi Gelmetti, der im Vorjahr Eduardo e Cristina dirigierte, leitet die deutsche Erstaufführung von Zelmira. Diese konzertante Aufführung gestaltet u. a. Silvia Dalla Benetta, die im Vorjahr als Zenobia und Cristina bejubelt wurde.

Im Juwel des Kurparks, dem Königlichen Kurtheater, sind dieses Jahr zwei vergnügliche Opern zu sehen; bereits im Mai feiert l'equivoco stravagante – Die verrückte Verwechslung, am Staatstheater Russe in Bulgarien Premiere. Festivalleiter Jochen Schönleber inszeniert, José Miguel Peréz-Sierra dirigiert. Belcanto-Preisträger Patrick Kabongo Mubenga und Antonella Colaianni singen die Hauptrollen, Giulio Mastrototaro ist Gamberotto.

Eigens für das Festival wird dann Lorenzo Regazzo erstmals in Bad Wildbad als Regisseur und Darsteller La Cambiale di Matrimonio – Der Heiratswechsel verantworten. Es dirigiert Jacopo Brusa, der bei Antonino Fogliani studierte und mittlerweile zahlreiche Rossini-Titel mit großem Erfolg geleitet hat. Zu den Aufführungen treten wieder die  Masterclasses von Raúl Giménez und Lorenzo Regazzo, die in drei Konzerten während des Festivals ihre Arbeitsergebnisse präsentieren.