Diese Musiker wirkten bei der Uraufführung von UNISONO mit. Foto: UNISONO/Daniel Kummer

Diese Musiker wirkten bei der Uraufführung von UNISONO mit. Foto: UNISONO/Daniel Kummer

Integration auf hohem musikalischem Niveau

Das Syrian Expat Philharmonic Orchestra spielt am 27. August im Rahmen des Berliner Philharmoniker Open Air symphonische Musik aus Syrien.

Vor einem halben Jahr fand die Uraufführung der musikalischen Flüchtlings-Initiative UNISONO des Komponisten Nicolas Ruegenberg zugunsten der UNO-Flüchtlingshilfe in der Berliner Philharmonie vor ausverkauftem Haus durch die Berliner Symphoniker statt. Aufgrund der äußerst positiven Resonanz wird die interkulturelle Ouvertüre nun am 27. August erneut aufgeführt. Im Rahmen des Berliner Philharmoniker Open Air 2016 wird das Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO) auf dem Kulturforum vor der Berliner Philharmonie das musikalische Programm mit UNISONO eröffnen. Der Eintritt ist frei.

"UNISONO ist ein musikalischer Dialog aus unterschiedlichen kulturellen Blickwinkeln, die sich in der Komposition immer weiter annähern und schließlich im Einklang stehen. Das Werk steht für Offenheit und gegenseitiges Verstehen. Ich möchte damit am Beispiel der Musik zeigen, dass sich unterschiedliche Kulturen gegenseitig bereichern können und gemeinsam etwas Großartiges entstehen kann. Ich freue mich sehr über den überwältigenden Zuspruch und die Chance, mit der erneuten Aufführung von UNISONO in einem so besonderen musikalischen Rahmen wieder einen wertvollen Impuls für die Integration durch Musik setzen zu dürfen ", erklärt Komponist Nicolas Ruegenberg.

Auch die Berliner Philharmoniker engagieren sich für Flüchtlinge und haben für Ihre diesjährige Open Air Veranstaltung auf dem Berliner Kulturforum das Syrian Expat Philharmonic Orchestra zum Gastspiel eingeladen. Dieses Orchester besteht hauptsächlich aus syrischen Musikern, die inzwischen in verschiedenen europäischen Ländern leben und sich projektweise zu gemeinsamen Auftritten treffen. Um 16 Uhr stellt sich das Syrian Expat Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Mariano Domingo mit symphonischer Musik aus Syrien sowie der Ouvertüre UNISONO vor. Für dieses Konzert kooperiert die Stiftung Berliner Philharmoniker mit dem Verein KulturLeben Berlin – Schlüssel zur Kultur e.V., der hierbei als Träger des Orchesters fungiert.

Um 17 Uhr haben Besucher selbst die Gelegenheit an der Veranstaltung mitzuwirken. Einzelheiten hierzu werden am Konzerttag verraten. Um 18 Uhr bildet das Konzert der Berliner Philharmoniker mit Brahms’ Zweiter Symphonie und einer Auswahl aus den „Slawischen Tänzen“ von Antonín Dvorak den Abschluss des Programms.

Mit seiner Komposition UNISONO will Komponist Ruegenberg interkulturelle Kommunikation fördern und gleichzeitig Flüchtlingshilfe leisten. Bei der Uraufführung wurden bereits die ersten GEMA-Einnahmen eingespielt, die der Komponist komplett an die UNO-Flüchtlingshilfe spendet, damit auch in den Herkunftsländern die Situation der Flüchtlinge verbessert werden kann. Mit diesem kreativen Engagement unterstützt Nicolas Ruegenberg den Kampf gegen Fluchtursachen, wie mangelnde Sicherheit, Armut und Perspektivlosigkeit.

Komponist Ruegenberg steht bereits in Gesprächen mit weiteren Orchestern in ganz Deutschland. Interessierte Symphonieorchester sind aufgerufen, mit dem Komponisten Kontakt aufzunehmen oder direkt vor Ort nach Deutschland geflüchtete Musiker anzusprechen und mit ihnen gemeinsam im Rahmen ihrer Konzerte die Ouvertüre UNISONO aufzuführen. Ein Notensatz kann zum Selbstkostenpreis unter www.nicolas-ruegenberg.de bezogen werden. Die Einnahmen fließen in das Projekt.

Unterstützt wird UNISONO bereits von zahlreichen Prominenten. Der renommierte Schauspieler Jürgen Vogel, Moderatorin Ruth Moschner und Buchautorin Amelie Fried zählen zu einer Reihe von Bekennern und Förderern der musikalischen Willkommenskultur.

Amelie Fried: "Ich unterstütze das Konzert-Projekt UNISONO, weil es auf wunderbare Weise vormacht, wie wir mit den geflüchteten Menschen umgehen könnten, die zu uns kommen: Nach Gemeinsamkeiten suchen, die Unterschiede mit Interesse und ohne Vorurteile betrachten und schließlich etwas Gemeinsames schaffen, an dem die Beteiligten und viele andere Freude haben. Im gemeinsamen Musizieren entsteht ein Dialog der Kulturen, der sich im Alltag fortsetzen könnte, wenn wir das wollen. Denn am Ende zählt doch nur eines: Dass wir alle Menschen sind."