Andris Neslons kommt viermal mit dem Gewandhausorchester nach Dortmund. Foto: Gert Mothes

Andris Neslons kommt viermal mit dem Gewandhausorchester nach Dortmund. Foto: Gert Mothes

Intendantenwechsel in Dortmund mit vierfachem Nelsons

Intendant Benedikt Stampa stellt mit dem Konzertprogramm 2018/19 seine letzte Dortmunder Saison vor. Er wechselt zum Festspielhaus Baden-Baden.

Intendant und Geschäftsführer Benedikt Stampa hat zum letzten Mal ein von ihm für das Konzerthaus Dortmund geplantes Programm vorgestellt. Mit Formaten wie Exklusivkünstler, Porträt, Zeitinsel und Konzertante Oper zeigt es noch einmal die typische Stampa-Handschrift, die das Konzerthaus Dortmund zu einem der programmatisch wichtigsten Konzertsäle in Europa hat werden lassen. 

Exklusivkünstler Andris Nelsons kommt nicht weniger als viermal nach Dortmund; dabei dirigiert der neue Leipziger Gewandhauskapellmeister sein Gewandhausorchester. Die ersten beiden Konzerte bilden mit den Sinfonien Nr. 1 und 5 einen Mahler-Schwerpunkt. Im Neujahrskonzert kommt Beethovens Neunte zur Aufführung. Bei der Saisonabschluss-Gala – die zugleich Nelsons' Abschied als Exklusivkünstler markiert – gesellen sich Kristine Opolais und Thomas Hampson mit einem italienischen Opernprogramm hinzu. 

Nelsons' Kollege Teodor Currentzis wird in einem Porträt gewürdigt: Mit dem von ihm gegründeten Chor und Orchester MusicAeterna interpretiert er Verdis »La traviata«, als neuer Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters Schnittke und Tschaikowsky und mit dem Mahler Chamber Orchestra Brahms' Requiem.

Porträtkünstler ist auch Thomas Hengelbrock, der seit jeher zu den Stammgästen im Konzerthaus zählt: Im Mittelpunkt steht das Mozart-Requiem mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles. Zum ersten Mal dirigiert er in Dortmund das Royal Concertgebouw Orchestra; Werke von Schubert und Schumann stehen auf dem Programm.

Dritte im Bunde der Porträtierten ist die Pianistin Yuja Wang. Die Zeitinsel »Klang der Seidenstraße« beschäftigt sich mit der klassischen Musik Zentralasiens. Ein Herzstück der Dortmunder Dramaturgie sind die groß besetzten Orchesterzyklen; bei ihnen sind in der Saison 2018/19 zahlreiche Premieren zu verzeichnen: Das Swedish Radio Symphony Orchestra und Orchestre Philharmonique du Luxembourg debütieren in Dortmund. Gleiches gilt für Jakub Hrůša als Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, Susanna Mälkki als Chefdirigentin des Helsinki Philharmonic Orchestra und Lahav Shani als Nachfolger Yannick Nézet-Séguins beim Rotterdam Philharmonic Orchestra.

Mit den ehemaligen Exklusivkünstlern Esa-Pekka Salonen und Yannick Nézet-Séguin gibt es ein Wiedersehen. Nézet-Séguin dirigiert Schostakowitschs groß angelegte Sinfonie Nr. 13 »Babi Yar«, mit der der Komponist sich gegen den Antisemitismus in der UdSSR stellte. Neben Verdis »La Traviata« werden Strauss' »Elektra«, dirigiert von Andrés Orozco-Estrada, und Strawinskys »The Rake's Progress« mit Barbara Hannigan am Pult konzertant zu hören sein. Cecilia Bartoli kehrt mit Arien von Vivaldi zurück wie auch Annette Dasch und nach langer Zeit Diana Damrau mit Liederabenden. 

Nach dreizehn Jahren als Intendant und Geschäftsführer verlässt Benedikt Stampa das Konzerthaus Dortmund mit Beginn der neuen Spielzeit, um ans Festspielhaus Baden-Baden zu wechseln. Er übergibt sein Amt an Dr. Raphael von Hoensbroech, bislang Geschäftsführender Direktor des Konzerthaus Berlin, der nach Dortmund kommt. »Es ist für mich ein Abschied in großer Dankbarkeit«, so Stampa. »Ich durfte – welch Privileg! – in einem der schönsten Konzertsäle, die je für klassische Musik gebaut wurden, hunderte von Konzerten hören, die mein Team und ich mit Liebe, Hingabe und ökonomischem Bewusstsein programmiert und organisiert haben. Dieses Privileg teile ich mit all denen, die uns als Besucher, ja als Fans über die Jahre hinweg die Treue halten. Raphael von Hoensbroech und seiner Mannschaft wünsche ich eine gute Nase, viel Mut, Gelassenheit und eine Portion westfälischer Dickköpfigkeit!«