Das Berliner Philharmonie Ensemble von Hans Scharoun. Foto: H. Schindler

Das Berliner Philharmonie Ensemble von Hans Scharoun. Foto: H. Schindler

Jahresvorschau der Berliner Philharmoniker

Rattle (nicht ganz) weg, Petrenko (noch nicht ganz) da - die Berliner Philharmoniker stehen vor einer Saisons des Übergangs. Diese verspricht dafür vielfältig zu werden.

Die Saison 2018/2019 markiert für die Berliner Philharmoniker eine Zeit des Übergangs. Nach dem Abschied von Sir Simon Rattle als Chefdirigenten und künstlerischem Leiter und vor dem Amtsantritt seines Nachfolgers Kirill Petrenko gibt es in der kommenden Spielzeit die Möglichkeit, viele verschiedene Gastdirigenten am Pult des Orchesters zu erleben.

Das Motto »Übergang« kann hierbei auch im übertragenen Sinne für die zahlreichen Dirigenten der jüngeren Generation gelten, die für je zwei Programme – teilweise mit Tourneen – engagiert worden sind. Dirigenten wie Daniel Harding, Andris Nelsons, Gustavo Dudamel, Tugan Sokhiev, Paavo Järvi und Yannick Nézet-Séguin haben den Übergang vom jungen Talent zum etablierten Künstler in den letzten Jahren vollzogen.

Neben den Konzerten in der Philharmonie gehen die Berliner Philharmoniker mit Gustavo Dudamel, Daniel Harding, Yannick Nézet-Séguin und Tugan Sokhiev auch auf Tournee. Letzterer dirigiert außerdem das Saisonabschlusskonzert in der Waldbühne, und Paavo Järvi unterstützt unser Education-Programm mit der Leitung des Schulorchestertreffens.

In der Tradition seines Vorgängers Claudio Abbado wird Sir Simon Rattle in Zukunft in jeder Saison mindestens ein Programm dirigieren. Zu den Dirigenten, die nach längerer Zeit wieder bei den Berliner Philharmonikern auftreten, gehören Sakari Oramo und Valery Gergiev.

Es gehört zum Selbstverständnis der Berliner Philharmoniker als musikalische Botschafter sowohl Berlins als auch Deutschlands, regelmäßig Konzerte auf Tourneen zu geben. Nach der traditionellen Festival-Tournee zum Saisonauftakt, dieses Mal unter der Leitung des designierten Chefdirigenten Kirill Petrenko mit Konzerten in Salzburg, Luzern und London, geht es im November wieder nach Asien. Gemeinsam mit Gustavo Dudamel konzertieren die Berliner Philharmoniker, nach einem Auftakt in Frankfurt am Main, erstmals in Nakhon Pathom (Thailand), Kaohsiung (Taiwan), Shenzhen und Xi’an (China). Weitere, unserem Orchester bereits vertraute Stationen der Tournee sind Taipeh und Peking.

Im Februar 2019 spielen wir erstmals in zwei neuen Konzertsälen in Polen: im National Forum of Music in Wrocław sowie in der Konzerthalle in Katowice. Unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin gibt es außerdem je ein Konzert in Hamburg und in Paris. Das Europakonzert wird in dieser Saison von Daniel Harding geleitet und findet im Musée d’Orsay in Paris statt. Anschließend gibt es noch einen kleinen Abstecher mit Konzerten in Turin und Lugano.

Zum Ende der Saison, direkt vor dem Abschlusskonzert in der Waldbühne, geht es mit Tugan Sokhiev nach Düsseldorf und noch einmal in die Elbphilharmonie nach Hamburg.

Erstmals am Dirigentenpult der Berliner Philharmoniker gastieren in der Saison 2018/2019 der Chefdirigent der Bamberger Symphoniker Jakub Hrusa (11./12./13. Oktober 2018), der Chefdirigent der Dresdner Philharmonie Michael Sanderling (30./31. Mai und 01. Juni 2019) und Constantinos Carydis, der unter anderem regelmäßiger Gast an der Bayerischen Staatsoper ist (13./14./15. Juni 2019).

Als Solistinnen und Solisten sind erstmals die Geigerin Carolin Widmann (13./14./15. September 2018) und die Mezzosopranistin Marianne Crebassa (26. Juni 2019 in der Tonhalle Düsseldorf, 27. Juni 2019 in der Elbphilharmonie in Hamburg und 29. Juni 2019 in der Waldbühne Berlin) zu erleben, ebenso wie die Pianisten Cédric Tiberghien (08./09. September 2018) und Paul Lewis (09./10./11. Mai 2019), der Schlagzeuger Martin Grubinger (28. Februar und 01./02. März 2019) sowie im Kammermusiksaal das Arod Quartett und das Jack Quartett.

Der russische Pianist Daniil Trifonov ist in der Spielzeit 2018/2019 Artist in Residence. Er wird in 5 Konzertprogrammen zu hören sein: in einem Solo-Abend am 21. Februar 2019, als Solist eines Symphoniekonzertes unter der Leitung von Andris Nelsons (20./21./22. Juni 2019) sowie in 3 Kam- merkonzerten (30. September 2018, 06. Januar 2019, 23. Juni 2019). Im Konzert am 30. September 2018 tritt Daniil Trifonov gemeinsam mit der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker auf.

Dem englischen Komponisten George Benjamin widmen die Berliner Philharmoniker gemeinsam mit dem Musikfest Berlin einen besonderen Schwerpunkt: Er ist Composer in Residence in der Spielzeit 2018/2019. Seine Werke werden in insgesamt acht Konzerten sowohl im Großen Saal als auch im Kammermusiksaal sowie bei den Osterfestspielen in Baden-Baden erklingen. Eines der Konzerte wird er selbst dirigieren.