Die jazzahead! in Bremen ist zu Ende gegangen. Foto: Jan Rathke/Messe Bremen

Die jazzahead! in Bremen ist zu Ende gegangen. Foto: Jan Rathke/Messe Bremen

Jazz in der Schule? Meist Fehlanzeige!

Früher brachte einem die Sesamstraße improvisierte Musik nahe (Mana Mana ...). Heute macht es Messe jazzahead! zusammen mit dem Land Baden-Württemberg - können die etwa auch Jazz?

Die 11. jazzahead!, die nach eigenen Angaben weltweit wichtigste und größte Jazzfachmesse, ging am Sonntag in Bremen zu Ende. Mit insgesamt 969 ausstellenden Firmen und 2742 Fachteilnehmern sei die Zahl der Besucher aus der Branche erneut gestiegen.

Die 40 Showcase-Konzerte waren auch für das breite Publikum zugänglich. Hier zählte man am Wochenende rund 15.000 Besucher. „Die jazzahead! ist nicht nur der wichtigste Branchentreff, sondern auch ein Publikumsmagnet“, resümiert Hans Peter Schneider, Geschäftsführer MESSE BREMEN & ÖVB-Arena. Dies wird auch durch die gestiegenen Besucherzahlen der jazzahead! clubnight belegt: Rund 6.500 Menschen sahen die Konzerte in 34 Spielstätten.

In diesem Jahr hat die jazzahead! in Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg das Projekt „Jazz für Kinder“ bei einem Runden Tisch aus der Taufe gehoben. Das langfristig angelegte Projekt will, so Uli Beckerhoff, künstlerischer Leiter der jazzahead!, „mit dem wichtigsten Element des Jazz, der Improvisation, Kinder möglichst schon ab dem Grundschulalter besser erreichen“. Vor allem die Jazzvermittlung in der Schule nehme man beim für 2017 geplanten Symposium in den Blick. Im Vergleich zu anderen Ländern in Europa sei Jazz in Deutschland bisher nicht Teil der frühzeitigen schulischen und somit kulturellen Bildung, was die Veranstalter vor allem auf den Mangel von Vermittlung der Elemente des Jazz im schulischen Kontext zurückführen. Am ersten Runden Tisch zur Vorbereitung des Symposiums nahmen in diesem Jahr ausgewählte Fachexperten aus Deutschland teil.

Nachdem sich in diesem Jahr die Schweiz erfolgreich als Partnerland dem internationalen und regionalen Publikum präsentiert hat, lädt die MESSE BREMEN im kommenden Jahr Finnland ein, sich sowohl auf der Messe (27.-30. April 2017) als auch beim Festival (13.-30. April 2017) zu präsentieren. „Wenn es um die Vielfalt von hoch qualitativem Jazz und einer Bandbreite an Talent geht, so ist es nicht zu viel versprochen zu sagen, dass Finnland stärker ist, als die Größe des Landes es vermuten lässt. Von brillanten Piano-Trios zu zeitgenössischer Big-Band-Musik und von minimalistischen, nordischen Tönen zu groovendem Club-Jazz es gibt sicher für jeden etwas zu entdecken. Wir sind sehr begeistert, die facettenreiche finnische Jazzszene im Rahmen der jazzahead! im kommenden Jahr vorzustellen.“, so Tuomo Tähtinen, geschäftsführender Direktor von Music Finland.

Nicht nur die Jazzszene des Partnerlandes wird in Bremen vorgestellt, sondern die Kultur Finnlands wird auch weit über den Jazz und die Musik hinaus in den Blick genommen. Die Planung des zweiwöchigen Kulturprogramms wird vom Finnland-Institut in Deutschland koordiniert.

Wer die 40 Showcase-Konzerte sehen möchte, kann sämtliche Videoaufzeichnungen auf der jazzahead!-Webseite und die Konzerte, die im Kulturzentrum Schlachthof mitgeschnitten wurden, bei ARTE Concert sehen.