Fred Wesley. Foto: Bernward Bertram Versandgr.

Fred Wesley. Foto: Bernward Bertram Versandgr.

Jazz & Joy und das Prinzip der Vielfalt

In Worms streben die Festivalmacher wieder eine Mischung aus regionalen, nationalen und weltweiten Jazzern an. Denn gemäß dem Motto soll die Musik vielen Freude machen.

Mit nationalen und internationalen Größen der Jazzszene hat die 27. Ausgabe des Festivals „Worms: Jazz & Joy“ wieder hochkarätige Highlights im Programm. Deutsche Stars wie die dreifachen German Jazz Award-Gewinner Nighthawks oder Nicole Johänntgen „Henry“ bereichern in diesem Jahr das Jazzprogramm. Große Namen in der internationalen Szene sind der Niederländer Ack van Rooyen und der Amerikaner Fred Wesley. Mit seiner Band „The New JB’s“ lässt der frühere Posaunist von James Brown den Sound des „Godfather of Soul“ wieder aufleben. Aus Belgien tritt das Jazztrio Dans Dans mit seinem neuen Album „Sand“ an. Die regionale Jazzszene ist vertreten mit zwei Musikprojekten aus der Metropolregion Rhein-Neckar: Thomas Siffling Flow und COBODY. Wer außerdem bei „Worms: Jazz & Joy“ auf der Bühne steht, wird im Mai bekannt gegeben.

„Dieses Jahr bietet „Worms: Jazz & Joy“ neben klassischen und modernen Varianten des Jazz auch Ausflüge in Blues, Folk, Rock oder Funk“, erklärt Sascha Kaiser, Geschäftsführer der KVG, und verspricht: „Mit den genannten Namen ist noch lange nicht Schluss. Da werden natürlich noch weitere Jazzer nach Worms kommen.“  Auch Fans anderer Musikrichtungen werden bei „Worms: Jazz & Joy“ fündig. „Genres wie Pop, Soul oder Weltmusik finden in unserem Programm immer einen Platz und machen das Festival noch bunter“, ergänzt David Maier, der künstlerische Programmgestalter des Festivals.

Bei der 27. Auflage von „Worms: Jazz & Joy“ ist die deutsche Jazzszene gleich mehrfach vertreten. Mit den Nighthawks spielt auf dem Weckerlingplatz eine Band, die gleich dreifach mit dem German Jazz Award ausgezeichnet wurde. (17.06., 19 Uhr) Im Laufe ihres 20jährigen Schaffens konstruierte die fünfköpfige Gruppe eine Musik für Reisende: Reduzierte Stimmungsbilder die wie ein Road Movie klingen. Jazzfreunden aus der Region dürfte Thomas Siffling schon ein Begriff sein. Der in Karlsruhe geborene Jazztrompeter ist seit vielen Jahren mit verschiedenen Projekten weltweit im Einsatz. Für „Worms: Jazz & Joy“ fungiert Siffling als musikalischer Berater. Mit seinem neuen Projekt Thomas Siffling Flow kombiniert der Wahl-Mannheimer elektronische und akustische Sounds in einem breiten Fluss entspannender Musik auf dem Platz der Partnerschaft. (17.06., 18 Uhr)

Auch die Gruppe COBODY kommt aus der Rhein-Neckar-Region und spielt auf der WZ-Bühne auf dem Schlossplatz. Das Dreigestirn aus Jo Bartmes, Erwin Ditzner und Kosho steht für groovenden Live-Sound bei dem Space-Jazz auf Free-Funk trifft. (18.06., 16.30 Uhr) Eine weitere Jazzerin in diesem Jahr ist Nicole Johänntgen. Die Saxophonistin und Komponistin kommt mit ihrem Projekt und gleichnamigen Album „Henry“, das im Mai letzten Jahres in New Orleans aufgenommen wurde, auf die Volksbank-Bühne am Weckerlingplatz. (18.06., 15 Uhr)

Neben den heimischen Musikern finden im Sommer natürlich auch internationale Jazzgrößen wieder den Weg nach Worms. Mit Fred Wesley and the New JB’s bringt einer der Gründungsväter des Funks seine Band mit auf den Weckerlingplatz. (18.06., 20 Uhr) In seiner langen Musiker-Karriere stand der Posaunist schon mit Legenden wie James Brown oder Bootsy Collins auf der Bühne. Noch bevor er sich dem Funk verschrieb sammelte Fred Wesley seine ersten Erfahrungen mit Count Basie. Den Südstaaten-Blues den der Amerikaner übrigens in der Wormser Partnerstadt Mobile im Bundesstaat Alabama lernte, brachte Wesley schon 2013 bei seinem fulminanten Auftritt zu „Worms: Jazz & Joy“. Ein weiterer Altmeister seines Fachs ist Ack van Rooyen. Zusammen mit Juraj Stanik am Klavier und Frans van Geest am Doppelbass bildet der niederländische Trompeter das Ack van Rooyen Trio. (18.06., 20.30 Uhr) Mit seinem Bruder guckte er sich als Austauschstudent in New York City den Bebop von Koryphäen wie Charlie Parker und Clifford Brown ab.

Am Samstagmittag (17.06., 15.30 Uhr) spielt das belgische Jazztrio Dans Dans. Frederic Jacques, Steven Cassiers und Bert Dockx nutzen ihre meist kurzen Stücke für verspielte Improvisationen. Obwohl sie bisher eher für kreative Coverversionen von Künstlern wie David Bowie bekannt sind, stellen Dans Dans nun ihre ganz eigenen Kompositionen vom neuen Album „Sand“ vor.