Der Jazzchor der Uni Köln in Sotschi. Foto: Alexandra Thomas

Der Jazzchor der Uni Köln in Sotschi. Foto: Alexandra Thomas

Jazzchor der Uni Köln holt Gold in Sotschi

Freude in Köln: Die höchste Auszeichnung im größten Musikwettbewerb der Welt geht nach Köln, genauer an die Uni und ihren Jazzchor. Dieser teilt mit: Russland feiert rheinischen Frohsinn. Ob Putin das schon weiß?

Großer Erfolg für den Jazzchor der Universität zu Köln: Die Sängerinnen und Sänger wurden bei den World Choir Games in Sotschi, Russland, mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Für ihre Darbietung im Rahmen des weltgrößten Gesangs-Wettstreits mit mehr als 280 Chören aus der ganzen Welt erhielten sie von der Jury in der Kategorie „Pop Choirs“ 86,75 von 100 möglichen Punkten.

Die Freude bei dem Ensemble und dem Chorleiter Dietrich Thomas ist riesig: „Das ist ein toller Erfolg und eine Belohnung für unsere intensive Probe- und Konzertarbeit, der unsere Erwartungen übertrifft“, sagte Chorleiter Dietrich Thomas. Über ein Jahr lang hatten die Sängerinnen und Sänger sich intensiv auf die Teilnahme an ihrem ersten internationalen Wettbewerb vorbereitet. „Wir sind mit einem anspruchsvollen a capella Jazz-Pop-Programm angetreten“, so Chorleiter Dietrich Thomas. Insbesondere mit der Chorfassung des Songs „Engel“ von Rammstein löste der Chor im Rahmen mehrerer Konzerte am Schwarzen Meer Begeisterungsstürme aus.

Auch die Begegnung mit den anderen Chören und den Bewohnern der Stadt Sotschi und der Region Krasnodar stand im Zentrum der Reise. Als einige von vielen Höhepunkten sind etwa zu nennen: Die Teilnahme an der Parade der Nationen, bei der sämtliche Chöre durch die Straßen von Sotschi zogen und der Jazzchor der Uni Köln rheinischen Frohsinn verbreitete, die Teilnahme am „Celebration Concert“, das der Kölner Jazzchor mit weiteren internationalen Spitzenchören im grünen Theater von Sotschi bestritt und das Open-Air-Freundschaftskonzert gemeinsam mit dem russischen Chor der Universität Kasan an der Hafenmole von Sotschi, in dessen Anschluss beide Chöre eine feste Partnerschaft vereinbarten.

Vom 6. bis zum 16. Juli 2016 wurden in Sotschi/Russland die World-Choir-Games ausgetragen, die alle zwei Jahre in einem anderen Land stattfinden. Sie sind der größte Musikwettbewerb der Welt. Der Jazzchor der Universität zu Köln ist in der Kategorie Pop-Chöre angetreten. Damit hat sich das Ensemble erstmals in einem internationalen Wettbewerb mit einigen der besten Chören der Welt gemessen. Die Leistungen bewertete eine Jury bestehend aus 45 Chorexperten aus 35 Nationen.

Qualifiziert für die World-Choir-Games hatte sich der Jazzchor der Universität zu Köln, der größtenteils aus jungen Studierenden der verschiedensten Fachrichtungen besteht, beim Deutschen Chorwettbewerb in Weimar 2014. Hier belegten die Kölner den 2. Platz in der Kategorie „Populäre Chormusik – mit Trio-Begleitung“. Die Jury verlieh dem Chor für seine Darbietung im Nationaltheater Weimar die Wertung sehr gut mit 21 von 25 möglichen Punkten.

Zur Finanzierung der Reise nach Russland freute sich der Chor über zahlreiche private Spenden, unter anderem der PSD Bank Köln eG sowie der Kölner Firma dualutions GmbH. Christian Hoppe, Student und Tenor im Jazzchor der Uni Köln: „Die Stadt am Schwarzen Meer hat sich als großartiger Gastgeber gezeigt. Wir möchten INTERKULTUR und den World Choir Games für diese außergewöhnlichste Woche danken. Wir alle wurden abgesehen von dem Gewinn einer Goldmedaille, mit Erfahrungen beschenkt, nicht nur jeder individuell. Diese Woche am Kaukasus hat uns auch als Gruppe und global miteinander verbunden. Viele Grüße also an unsere neuen Freunde der Kapella of Kazan Federal University und vom Fontys Jazz Choir!“

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin Stadt Köln: „Die World Choir Games sind nicht nur Wettbewerbe, bei dem Chöre aus allen Erdteilen zusammenkommen und miteinander wetteifern. Sie sind auch ein lebendiges Zeichen der Völkerverständigung. Schließlich fördert gemeinsames Musizieren und Singen nicht nur das Verständnis für die eigene Kultur, es trägt auch zum Verständnis über Grenzen und Generationen hinweg bei.“

Der Jazzchor der Universität zu Köln wurde 2008 von Dietrich Thomas gegründet. Mitglieder des Chores sind größtenteils Studierende der Universität Köln. Der Chor singt sowohl a capella als auch mit Klavier- oder Bandbegleitung. Ein Schwerpunkt des Chores liegt neben Jazzstandards auf der chorischen Umsetzung anspruchsvoller Popsongs sowie Stücken im Grenzbereich zwischen zeitgenössischer „Klassik“ und Jazz.

Der Chor hat es sich außerdem zum Ziel gesetzt, anspruchsvolle populäre Chormusik ebenso unterhaltsam wie kunstvoll zu präsentieren. Als studentischer Chor probt der Chor wöchentlich während der Vorlesungszeiten. Der Chor tritt häufig im Rahmen von Universitätskonzerten und offiziellen Veranstaltungen auf. Weitere herausragende Konzerte der Vergangenheit waren das Acht Brücken Festival für neue Musik 2012 mit Stücken von John Cage, sowie ein Auftritt in der Kölner Philharmonie im Jahr 2011. 2014 gewann der Jazzchor der Universität zu Köln einen zweiten Preis beim Deutschen Chorwettbewerb in Weimar.