Victoria Tolstoy. Foto: Grosse-Geldermann

Victoria Tolstoy. Foto: Grosse-Geldermann

JazzFrühling in Kassel

Mit dem 11. JazzFrühling 2019 vom 08.-23. März 2019 lädt der Kafka e.V. in Koproduktion mit dem Theaterstübchen zu einem abwechslungsreichen Jazzfest in Kassel.

Wenn sich vom 08.-23. März 2019 Kenner und Liebhaber des Jazz‘ zur 11. Ausgabe des JazzFrühlings in Kassel einfinden, können die Kooperationspartner Kafka e.V. und Theaterstübchen mit Fug und Recht behaupten: Musikalische Schmuckstücke vom Feinsten erwarten das Publikum.

Dabei geht es den Machern vor allem darum, die große Bandbreite des Jazz widerzuspiegeln. Die Facetten sind unzählig und während im letzten Jahr der künstlerische Leiter, Markus Knierim, den Fokus vor allem auf regionale Künstler gelegt hatte, bietet er mit dem 11. Kasseler JazzFrühling eine Mischung aus regional und international, jung und ehrwürdig, traditionell und zukunftsweisend.

„Dieses Jahr ist für jedermann etwas dabei“, so Knierim, „und ich wünsche mir, dass unser Publikum sich auch auf nicht so bekannte Namen einlässt. Offenheit und Neugierde sind Grundlagen des Jazz und versprechen einzigartige musikalische Erlebnisse!“  

Quasi als Heimspiel lädt der Kasseler Pianist Edgar Knecht zum Auftakt des Festivals. Zusammen mit dem  Trompeter Frederik Köster erfüllt er sich seinen lang gehegten Wunsch und kreiert einen groß angelegten Jahreszeitenzyklus im Opernhaus des Staatstheaters. Billy Cobham erinnert mit seinem Crosswinds Project an Aufnahmen von 1974; die eindrucksvolle Großformation Moka Efti Orchestra aus der erfolgreichen Fernsehserie Babylon Berlin lässt die 20er Jahre wieder auferstehen.

Als Solo-Act kommt der Multiinstrumentalist Sebastian Studnitzky. Der „Stammgast“ des Theaterstübchens hat bereits eine eingefleischte Fangemeinde, lässt es sich allerdings nicht nehmen, auch diese immer wieder aufs Neue zu überraschen. Während Gitarrist Paulo Morello mit dem brasilianischen Stargast Lula Galvao Modern Jazz mit dem prägnanten Rhythmus des Samba kombiniert, geht Alleskönner Roy Hargrove zusammen mit seinen jahrelangen Wegbegleitern dem Erbe des Hard-Bop auf die Spur, Viktoria Tolstoy lässt ihre kristallklare und zugleich prosaische Stimme erklingen und der Franzose Vincent Peirani verwebt ohne Skrupel - dafür mit viel Können - Jazz, Klassik, Pop, Weltmusik, Chanson, Hardrock und vieles mehr zu seinem ganz eigenen, unverkennbaren Stil.

Als Piano Summit kommt ein Projekt daher, bei dem sich elf Kasseler Jazzpianisten (Donato Deliano, Jens Großmann, Thomas Höhl, Edgar Knecht, Udo Krüger, Michael Müller, Ursel Schlicht, Bernhard Schüler, Lisa Sommerfeld, Klaus Wenderoth und Urban Beyer) unterschiedlichsten Alters und verschiedenster Stilrichtungen zusammengetan und Duo-Nummer erarbeitet haben, die sie an diesem besonderen Abend an zwei Flügeln dem Kasseler Publikum präsentieren werden.

Dass Generationen nicht nur voneinander lernen können, sondern auch noch viel Spaß dabei haben, zeigt Fred Wesley mit seinem Generation Trio. Souveräne Grooves kommen hier souljazzig und funky daher und das alles mit einer erstaunlichen Gelassenheit. Von Gelassenheit kann man in den folgenden Fällen allerdings nicht reden: ADHD forschen an den Rändern des Jazz, die Yazz Ahmed Band verarbeitet die kulturellen Einflüsse Großbritanniens und des Persischen Golfs zu „Psychedelic Arabic Jazz“, Forq nehmen den Sound als Experiment mit ins musikalische Labor und das Leo Betzl Trio – kurz: LBT - sowie Hattler tragen den Jazz in die Clubs.