Wie hell strahlt das Licht der Aufklärung aus Händels Werken? In Halle will man es aufklären. Foto: Händel-Festspiele Halle

Wie hell strahlt das Licht der Aufklärung aus Händels Werken? In Halle will man es aufklären. Foto: Händel-Festspiele Halle

Jedem sein Händel-Bild

"Geschichte – Mythos – Aufklärung" lautet das Thema der Händel-Festspiele in Halle an der Saale und vergegenwärtigt das für die freiheitliche europäische Kultur so wichtige Jahrhundert der Aufklärung mit seinem bedeutenden Zentrum Halle - ein postmigrantisches Musikfest soll es zudem werden.

Mit über 100 verschiedenen Veranstaltungen beleuchten die Händel-Festspiele 2016 insbesondere das Thema „Geschichte - Mythos – Aufklärung“ im kompositorischen Schaffen Händels. Clemens Birnbaum, Direktor der Stiftung Händel-Haus und Intendant der Händel-Festspiele erläutert: „Neben der thematischen Schwerpunktsetzung und den herausragenden Händel-Interpretationen ist es für uns wichtig, Händel auch in einen interkulturellen Kontext zu setzen. Wie in den vergangenen Jahren wird die Musik des berühmten Hallensers u.a. mit klassischer arabischer Musik in Verbindung gesetzt. Die Händel-Festspiele sind somit Wegbereiter für ein postmigrantisches Musikfest.“

Das breite und facettenreiche Programm reicht von Opernaufführungen, Oratorien, Festkonzerten über genreübergreifenden Veranstaltungen und Kinder- und Jugendprojekte bis hin zu Vorträgen, Exkursionen und der alljährlichen wissenschaftlichen Konferenz.

Der Deutungsspielraum des Schwerpunktthemas der Händel-Festspiele ist überaus groß und sehr vielfältig. Jeder Besucher kann sich sein eigenes Händel-Bild mit seinen ganz eigenen Vorstellungen machen und für sich die Frage selbst beantworten, ob Händel ein Aufklärer war oder heute noch aufklärerisch wirkt. So verspricht es die offizielle Ankündigung.

Die Händel-Festspiele sind das größte Musikfest im Land Sachsen-Anhalt und zählen zu den ältesten und renommiertesten Festivals barocker Musik in Europa. Seit 1922 sind sie ein Besuchermagnet für Gäste aus aller Welt. Im letzten Jahr wurden über 50.000 Besucher gezählt.

In diesem Jahr finden die Händel-Festspiele vom 27. Mai. bis 12. Juni statt. Insgesamt werden fünf  verschiedene szenische Opernproduktionen, zwei Oratorien und eine Ballettaufführung gezeigt. Internationale Stars wie die Countertenöre Valer Sabadus und David Hansen, der Tenor Ian Bostridge und die junge Sopranistin Anna Prohaska oder Sonia Prina stehen bei den Händel-Festspielen 2016 auf der Bühne. Des Weiteren werden die ECHO Klassik-Preisträger Dorothee Oberlinger, Giovanni Antonini mit seinem Ensemble Il Giardino Armonico und Christina Pluhar mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata für barockmusikalische Sternstunden sorgen.

Weltweit gefeierte Orchester wie das Orchestra of the Age of Enlightenment oder das Gabrieli Consort & Players mit Paul McCreesh aus Großbritannien, La Risonanza und die Accademia Bizantina aus Italien, das Kammerorchester Basel sowie die Lautten Compagney Berlin unter der Leitung von Wolfgang Katschner sind zu erleben. Bei den Oratorien wirken namenhafte und traditionsreiche Chöre mit, darunter der RIAS Kammerchor und der MDR Rundfunkchor. Der älteste Knabenchor Deutschlands, der Stadtsingechor zu Halle, feiert in diesem Jahr sein 900-jähriges Bestehen und wird gemeinsam mit zwei anderen Knabenchören das traditionsreiche Abschlusskonzert in der Galgenbergschlucht vor über 3.000 Besuchern bestreiten.