Chiesa Collegio Papio in Ascona. Foto: Roberto Barra

Chiesa Collegio Papio in Ascona. Foto: Roberto Barra

Jedes Konzert eine Ehrenbezeugung

Der kreative Geist und das musikalische Erbe von Johann Sebastian Bach stehen im Mittelpunkt der 73. Musikwochen von Ascona vom 6. September bis 15. Oktober 2018. Das Programm umfasst vierzehn Konzerte.

Die Musikwochen von Ascona sind eines der wichtigsten Festivals klassischer Musik in der Schweiz. 2018 steht ganz im Zeichen von Bach, wie der künstlerische Leiter Francesco Piemontesi erklärt: «Johann Sebastian Bach war vielleicht der größte Komponist der Musikgeschichte. Er prägte sowohl seine als auch die Zeit vieler Komponisten nach ihm. Mit unserem Programm möchten wir das Genie und die extreme Vielfalt des Leipziger Maestros hervorheben und auf das grosse Interesse verweisen, das Werk von Bach ab der Romantik hervorrief.»

Jedes Konzert ist eine direkte oder indirekte Ehrenbezeugung gegenüber Bach. Neben Meisterwerken wie der h-Moll-Messe oder den Goldberg-Variationen werden weitere Erfolgswerke von Bach gespielt, darunter Transkriptionen der Choräle aus dem 19. und 20. Jahrhundert von Busoni, Respighi oder Kempff. Eine spezielle Bühne erhält auch der Komponist Felix Mendelssohn, der mit seiner Bearbeitung und Aufführung die Bach-Renaissance einläutete.

Die 73. Ausgabe der Musikwochen werden am 6. September vom Tonhalle-Orchester Zürich und vom jungen und charismatischen deutschen Solocellisten Daniel Müller-Schott eröffnet. Weitere Höhepunkte sind am 18. September die h-Moll-Messe von Bach in der Ausführung des Amsterdam Baroque Orchestra & Choir unter der Leitung des Musikers Ton Koopman, dessen Name meist in einem Atemzug mit Bach genannt wird, dann die Rückkehr nach Ascona des Orchestra Nazionale della RAI di Torino am 21. September, dirigiert von Rafael Payare, sowie am 1. Oktober das gefeierte Mahler Chamber Orchestra mit Renaud Capucon in der Doppelrolle als Violinsolist und Dirigent.

Der Schweizer Musiker Heinz Holliger wird am 24. September das Kammerorchester Basel dirigieren, während Pianist Arcadi Volodos am 4. Oktober mit Interpretationen von Schubert, Skrjabin und Rachmaninow auftritt.

Ein Bach‘scher Musiker par excellence hingegen ist der amerikanische Cembalist und Organist mit iranischen Wurzeln Mahan Esfahani. Er wird die Goldberg-Variationen am Cembalo spielen und – praktisch eine Premiere an den Musikwochen – zwei Werke von Frescobaldi an der Orgel der Kirche des Collegio Papio in Ascona vortragen.

Der Pianist Francesco Piemontesi seinerseits wird am 14. September Werke von Bach, Debussy und Rachmaninow vortragen und am 24. September zusammen mit dem Kammerorchester Basel in einem Mozartkonzert auftreten. Das Orchestra della Svizzera italiana (OSI) betritt am 10. September unter der Leitung von Jérémie Rhorer die Bühne, zusammen mit dem Geiger Augustin Hadelich, der 2016 mit einem Grammy Award ausgezeichnet wurde.

Am 15. Oktober wird das OSI unter der Leitung von Markus Poschner und begleitet vom Chor des RSI die 73. Asconeser Musikwochen mit dem Requiem von Giuseppe Verdi beschliessen. An den Matineen, die aufstrebenden Talenten vorbehalten sind, wird am 22. September der junge Pianist Alex Cattaneo aus Locarno sein Debüt geben. Am 29. September steht eines der vielversprechendsten Geigentalente auf der Bühne: Tobias Feldmann.

Zu den Neuerungen in diesem Jahr gehört die Vorstellung «Tino Flautino e il gatto Leo» am 15. September im Teatro di Locarno, interpretiert unter anderem vom Flötisten Maurice Steger. Dieser Sonderanlass ist gratis und wird von der Associazione Amici delle Settimane Musicali organisiert, um Jugendliche und Kinder und ihre Familien in die Welt der klassischen Musik einzuführen. Die Konzerte finden in historischen Stätten wie der Kirche San Francesco in Locarno und der Kirche des Collegio Papio in Ascona statt. Die Aufführungen der Serie Début sind im Palazzo della Sopracenerina in Locarno zu sehen.

Die 73. Asconeser Musikwochen werden von der Fondazione Settimane Musicali Ascona (welcher die Organizzazione turistica Lago Maggiore e Valli, die Gemeinde Ascona, die Associazione Amici delle Settimane Musicali und das Patriziato Ascona angehören) und mit Unterstützung der Republik und Kanton Tessin (Swisslos-Fonds), der Fondazione cultura nel Locarnese, der Gemeinden Brione s/Minusio, Losone, Minusio, Muralto, Locarno und Orselina organisiert.