ROTE NASEN Humorbotschafter Rolando Villazón und bezaubernde Clown-Kolleginnen. Foto: Jakob Polacsek/ROTE NASEN Clowndoctors

ROTE NASEN Humorbotschafter Rolando Villazón und bezaubernde Clown-Kolleginnen. Foto: Jakob Polacsek/ROTE NASEN Clowndoctors

Jetzt clownt er auch noch

Ja, er ist ein Clown, auch, und ein reflektierter dazu. Tenor, Nicht-Tenor, Moderator, Regisseur und was sonst noch alles, Rolando Villazon hat an einem Fachkongress zum Clowning teilgenommen.

Der mexikanische Startenor Rolando Villazón sprach vor über 400 Teilnehmern aus über 50 Ländern zum Auftakt des Healthcare Clowning International Meetings (HCIM) in Wien über die Perspektiven des Clownings und welche Rolle Clowns in der Gesellschaft erfüllen können. Die interdisziplinäre Konferenz, organisiert von den ROTEN NASEN Clowndoctors, findet von 4. bis 6. April an der Wirtschaftsuniversität statt und stellt die Professionalität der Gesundheitsclownerie – unter dem Aspekt der wissenschaftlichen Auseinandersetzung - in den Vordergrund.

Im Rahmen der Konferenz werden aktuelle Studien präsentiert, die Einblicke in die Themen "Clownerie im Gesundheitswesen" und "Auswirkungen von Humor im medizinischen und sozialen Sektor" geben. Das übergeordnete Ziel der Veranstaltung: Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Gesundheitsclownerie stärken.

Rolando Villazón ist seit zehn Jahren Botschafter der Roten Nasen und tritt immer wieder als Clown in Krankenhäusern auf. „Als Opernsänger spürt man die Energie des Publikums, aber man kann nicht mit dem Publikum spielen", sagte er im Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung „Presse". „Bei den Clowns gibt es keine Grenze zum Publikum. Es ist nicht einfach eine Show, bei der die Kinder sitzen oder liegen, sondern man nimmt sie mit, berührt sie. Die Vorstellung geht in die Realität. Einmal sind wir als Clowns von Zimmer zu Zimmer gegangen und ein kleiner junger Mann mit Bandagen auf dem Kopf ist uns gefolgt – mit ganz ernstem Gesichtsausdruck."

Nachdem er die Clowns eine Stunde lang verfolgt hatte, begann er plötzlich zu lachen. „Da kamen seine Eltern und haben sich bedankt – sie haben ihn in den zwei Wochen, seit er im Spital war, noch nie lachen gesehen." Gerade in schwierigen Zeiten kann die Figur des Clowns Sicherheit geben. „In der Unsicherheit der Welt zeigt die Figur des Clowns, dass alles eine Konstruktion ist." so Villazón weiter. Eine Konstruktion, die durch das Lachen des Clowns auch ins Wanken gebracht werden kann. Ein weiteres wichtiges Element: „Clowns sagen immer die Wahrheit."