Jazz im Pott mit Jochen Rückert. Foto: Konstantin Kern

Jazz im Pott mit Jochen Rückert. Foto: Konstantin Kern

Jochen Rückert - von Köln nach New York

Auch in diesem Herbst beginnt die „Jazz in Essen“-Saison mit der traditionellen „Jazz Pott“-Verleihung. Der diesjährige Preisträger ist einer der wenigen deutschen Musiker, die auch in der Jazzmetropole New York Fuß fassen konnten: der Schlagzeuger Jochen Rückert.

1975 in Düren bei Köln geboren, begann Rückert im Alter von sechs Jahren Schlagzeug zu spielen. Er studierte von 1993 bis 1995 an der Hochschule für Musik in Köln und zog direkt nach seinem Abschluss nach Brooklyn, wo er 1998 sein Debütalbum „Introduction“ mit Hayden Chisholm, Ben Monder, Kurt Rosenwinkel, Chris Potter und Johannes Weidenmüller veröffentlichte. 2000 erhielt er den Förderpreis für Musik des Landes Nordrhein-Westfalen. Bislang hat er an etwa 80 Alben mitgewirkt und unternahm Tourneen durch Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien. Er arbeitet(e) mit Bands und Musikern wie Marc Copland Trio, Nils Wogram's Root 70, Kurt Rosenwinkel Group, Mark Turner Band sowie Chris Cheek, Jason Seizer, John Abercrombie, Kevin Hays, Madeleine Peyroux, Thomas Rückert, Tim Hagans und Sam Yahel. Außerdem leitet er selbst ein international besetztes Quartett aus Top-Musikern der New Yorker Szene. Mit ihnen realisiert er sein Ideal eines zeitgemäßen Jazz, der auch bei vertrackten Rhythmen und komplexen Harmonien nie aufhört zu swingen.

Neben seiner Tätigkeit als Jazzmusiker spielte er zudem mit Rockbands wie Bonnie Lundy und Seems So Bright sowie auf dem Gebiet der elektronischen Musik mit Marcus Schmickler, Jochen Bohnes und Burnt Friedman zusammen. Unter seinem Pseudonym Wolff Parkinson White, benannt nach einem Herzfehler, der bei ihm im Alter von 18 Jahren festgestellt und operativ behoben wurde, programmiert, mixt und produziert er zudem im Elektrobereich.

Zum Preisträger-Konzert am Samstag, dem 24. September ab 20 Uhr im Essener Grillo-Theater begleiten ihn Walter Smith III (Saxophon), Lage Lund (Gitarre) und Orlando LeFleming (Bass).

Mit dem von Viktor Seroneit († 2011) und Niklaus Troxler für den „Plakat Kunst Hof Rüttenscheid“ initiierten Essener „Jazz Pott“ werden seit 1998 unter dem Motto „best progressive artist“ innovative Jazzmusiker ausgezeichnet. Bisherige „Jazz Pott“-Preisträger sind Musiker/-innen wie Uri Caine, Dieter Ilg, Julia Hülsmann, Christof Lauer, Nils Wogram, Elina Duni oder Angelika Niescier. Im vergangenen Jahr erhielt Peter Herborn, der 1984 die Reihe „Jazz in Essen“ aus der Taufe gehoben und dann sieben Jahre lang geleitet hat, den „Pott“. Jochen Rückert wird der 19. Preisträger sein.

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