So trauert an auf der Internetseite des Tenors, weil Johan Botha ist tot. Bild: Beege

So trauert an auf der Internetseite des Tenors, weil Johan Botha ist tot. Bild: Beege

Johan Botha - ein großer Heldentenor ist verstummt

Vielleicht war er ein Natursänger. Auf jeden Fall aber war ihm selbst bei den schwersten Partien keine Anstrengung anzumerken. Mit dem südafrikanischen Tenor Johan Botha verliert die Opernwelt einen bedeutenden Sänger.

Es ist ein seltenes Glück für den Hörer, sich bei schweren Tenorpartien zurücklehnen zu können, weil es nicht das kleinste Risiko gibt, dem Sänger könnte irgendetwas misslingen. Johan Botha, der nun offenbar an einem Krebsleiden verstorben ist, war einer dieser wenigen Sänger.

Er stand damit auf einer Höhe etwa mit Ben Heppner und Stephen Gould. Brüllen musste Botha nie. Seine Stimme flutete wie eine Naturgewalt den Raum, ohne dabei aber je grob zu wirken. Rund im Volumen, sicher im Sitz, war er zudem noch ein geschmackvoller Stilist. Seine Begabung führte ihn den Marktgesetzen folgend zu Wagner, Richard Strauß, Gustav Mahler und Otello. Die Wiener Staatsoper wurde sein Stammhaus, bereits vor 13 Jahren erhielt er dort den Titel des Kammersängers.

Mit Mitte 20 war Botha nach dem Studium aus Südafrika nach Deutschland gekommen und machte sehr bald von sich Reden. Nicht nur die großen Häuser, Wiener Staatsoper inklusive, auch die Plattenlabel wurden bald auf ihn aufmerksam, so dass Botha eine Fülle von CDs und DVDs hinterlässt. Mit gerade einmal 51 Jahren ist er nun verstorben.

www.johan-botha.com