Urban Wedding Band. Foto: Roman Babik

Urban Wedding Band. Foto: Roman Babik

Junger Jazz aus NRW

Ein schlechtes Image aber viel Potential, das ist das legendäre Städtebauprojekt "Neue Stadt Wulfen" am nördlichen Rand des Ruhrgebiets. Am 1. April soll eine große JazzNight den Ort und den NRW-Jazz in den Focus einer breiteren Öffentlichkeit rücken.

Die "Raumpioniere" der Eventagentur PublicJazz, die bereits viele Orte wie den Gelsenkirchener Nordsternturm, Stadtbauraum, Lüttinghof_Die Burg im Wasser oder das CreativQuartier Fürst Leopold in Dorsten zu Spielstätten hochkarätiger Konzerte im nördlichen Ruhrgebiet machten, wollen am 1.4.2017 das Gemeinschaftshaus in Wulfen-Barkenberg und Top-Acts der jungen aufstrebenden nordrhein-westfälischen Jazzszene vorstellen. Vier Bands präsentieren an diesem Tag einen lebendigen Jazz und bedienen sich dabei auch gern beim Pop, Funk und Soul.

 Das in den 60er und 70er Jahren vorangetriebene städtebauliche Vorzeigeprojekt "Neue Stadt Wulfen" blieb durch das Ausbleiben der Nordwanderung des Kohlebergbaus bereits zu Beginn des erwarteten Strukturwandels hin zum Bergbau im Keim stecken. Das ehemals für 50.000 Einwohner geplante und heute gerade einmal 10.000 Einwohner zählende Quartier bescherte den „Barkenbergern" und Wulfenern jedoch eine der wandlungsfähigsten Veranstaltungshallen des nördlichen Ruhrgebiets.

Obwohl am südlichen Rand des Münsterlandes gelegen kämpft heute "die Bronx des nördlichen Ruhrgebiets", genau wie der Jazz, mit einer Reihe von Vorurteilen. "Das passt", so Susanne Pohlen von PublicJazz, "denn schließlich lagen die ersten Jazzclubs in den USA auch nicht gerade in den Villenvierteln". Das meint auch der Förderverein proGHW und der Betreiber der Halle, die AWO. Gemeinsam wollen sie die JazzNight erfolgreich gestalten und rechnen dabei aus dem Stand mit mindestens 500 Zuschauern.

 Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, wartet die FineArtJazzNight 2017 mit einem mutigen Programm auf. "Wir präsentieren einen "Mehr-Generationen-Jazz", ausschließlich made in NRW. Lebendig, frisch und tanzbar", so Bernd Zimmermann, der Programmverantwortliche der Nacht, Geschäftsführer der einzigen landesweit agierenden Jazzinitiative nrwjazz e.V. und Initiator und Mitautor der Studie "Zur Situation des Jazz in NRW".

Das Programm gestalten die Nachwuchs-Funk-Jazzer von "FILOU". Eine Band aus dem Ruhrgebiet und die Überraschung der Leverkusener Jazztage 2016, Tobias Christl, der unter anderem gemeinsam mit dem EchoJazz- und WDRJazz-Preisträger Tobias Hoffmann aus Köln antreten wird, Roman Babik's Urban Wedding Band aus Wuppertal und das Trio Beasting aus Duisburg, das den deutschen Vizemeister im Beatboxing mitbringt.