Steven Isserlis. Foto: Aoyagi Satoshi

Steven Isserlis. Foto: Aoyagi Satoshi

Kammermusik am Vierwaldstättersee

Nach sieben Durchgängen hat sich das Festival Zaubersee als Treffen für Freunde russischer Kammermusik etabliert. Die 8. Ausgabe findet vom 22. bis 26. Mai 2019 an den Ufern des Vierwaldstättersees statt und hält einmal mehr zahlreiche Raritäten und Entdeckungen bereit.

Zu erleben sind weltbekannte Künstler wie Marc-André Hamelin, Viktoria Mullova, Steven Isserlis oder Olli Mustonen. Die Jahre nach der russischen Oktoberrevolution markieren eine wichtige Schwelle in der Geschichte der russischen Musik. Das diesjährige Festival Zaubersee setzt einen besonderen Fokus auf das Jahr 1919: Welche Werke wurden vor hundert Jahren komponiert? Welche Komponisten kamen damals zur Welt, die auf ihre Art wegweisend sein würden? Wie stark war der Einfluss der russischen Diaspora auf die Musik?  

Antworten auf diese Fragen geben nicht nur die zehn Konzerte, welche zwischen dem 22. und 26. Mai in Luzern und Meggen stattfinden, sondern auch die Einführungsveranstaltungen mit Marina Frolova-Walker, Professorin für Musikgeschichte an der Universität Cambridge. Die historischen Räumlichkeiten des Hotels Schweizerhof in Luzern und der Villa St. Charles Hall in Meggen verleihen dem Festival einen stimmungsvollen Rahmen.   

Das musikalische Programm beinhaltet auch selten gespielte Werke russischer Musik – etwa von Samuil Feinberg oder Alexander Tscherepnin – sowie Kompositionen der im Jahr 1919 Geborenen Galina Ustwolskaja und Mieczyslaw Weinberg. Neu wird am diesjährigen Festival ein rund halbstündiges Nachtkonzert im Wintergarten des Hotels Schweizerhof sein, bei dem die Zuhörenden auf Liegestühlen Platz nehmen.  

Das Eröffnungskonzert gestaltet dieses Jahr der Pianist Marc-André Hamelin: Neben Klassikern wie der «Polonaise-Fantaisie» von Frédéric Chopin tauchen verführerische unbekannte Stücke auf; einige davon sind Entdeckungen des Pianisten selber. Zusammen mit dem Pacifica Quartet spielt Marc-André Hamelin in einem weiteren Konzert das Klavierquintett von Leo Ornstein.  

Unter der Leitung von Oleg Caetani und an der Seite der Geigerin Viktoria Mullova tritt das Luzerner Sinfonieorchester im KKL Luzern ins Rampenlicht, wenn große Werke aus Finnland und Russland auf dem Programm stehen. In anderen Konzerten präsentieren sich Musiker und Musikerinnen des Luzerner Sinfonieorchesters aber auch als Solisten, etwa in der «Hommage an Arthur Lourié» in der Luzerner Matthäuskirche.    

Unter dem Titel «Das russische Cello» setzen Steven Isserlis und Olli Mustonen den Schlusspunkt hinter das diesjährige Zaubersee-Festival. Die zwei Starsolisten führen die wohl bedeutendsten russischen Cellosonaten auf: jene in d-Moll von Dmitri Schostakowitsch, die Komposition in B-Dur von Dmitri Kabalewski und die Cellosonate in D-Dur, welche eines der letzten Werke von Sergei Prokofjew werden sollte.   www.zaubersee.ch