Oper Leipzig. Foto: Kirsten Nijhof

Oper Leipzig. Foto: Kirsten Nijhof

Katharina Wagner schmiedet einen Ring

Sechs Opernpremieren, vier des Balletts und fünf in der Musikalischen Komödie, zudem sind 40 verschiedene Werke des Repertoires zu sehen: Die Jubiläumsspielzeit »325 Jahre Oper in Leipzig« deckt die Bandbreite der Operngeschichte von Claudio Monteverdi bis Alban Berg ab.

Rund 360 Veranstaltungen von August 2017 bis Juli 2018 in Oper, Leipziger Ballett und Musikalischer Komödie stehen in der kommenden Saison auf dem Programm. Dieses reicht von Oper, Spieloper, Operette, Musical bis hin zu klassischem und modernem Ballett über Sonderveranstaltungen wie den Silverstergalas oder den »Prinzen«-Konzerten, Kooperationen mit anderen Kulturinstitutionen der Stadt wie dem Museum der bildenden Künste oder dem Schauspiel Leipzig und der Freien Szene Leipzigs sowie kleineren Formaten in den Häusern und im Stadtraum. Hinzu kommen zahlreiche Angebote und Eigenproduktionen für Kinder, junge Erwachsene, Familien und Senioren.

Mit der Premiere von Richard Wagners »Tannhäuser« im März 2018 setzt die Oper Leipzig auch in der Saison 2017/18 auf den Ausbau des Wagner-Repertoires als zentrale Säule des Spielplans und ist einen Schritt weiter, sukzessive alle Werke des Sohnes der Stadt im Repertoire der Oper zu verankern. Nach der erfolgreichen Frühwerke-Kooperation mit den Bayreuther Festspielen im Wagnerjahr 2013 ist die Festspielleiterin Katharina Wagner zum ersten Mal als Regisseurin zu Gast am Leipziger Opernhaus. »Der Ring des Nibelungen« wird in drei zyklischen Aufführungen im Januar, April und Mai 2018 zu sehen sein. Der Mai-Zyklus findet an vier aufeinanderfolgenden Tagen statt. Die Musikalische Leitung für das Wagner- und Strauss-Repertoire der Oper Leipzig liegt in den Händen des Hausherren Ulf Schirmer.

Das Jubiläum »325 Jahre Oper in Leipzig« begeht die Oper Leipzig mit einem Festwochenende vom 15. bis 17. Juni 2018. In dessen Mittelpunkt steht die Premiere von Alban Bergs »Lulu«. Die Inszenierung dieses Klassikers des 20. Jahrhunderts übernimmt Lotte de Beer, eine der gefragtesten Regisseurinnen der jungen Generation. Stilverwandt liegt der Auftakt des Wochenendes in den Händen des Meisters Max Raabe, mit dem man gemeinsam in den Schlagern der 20er-Jahre schwelgen kann. Zu Ende gehen die Feierlichkeiten mit der Aufführung des zweiteiligen Ballettabends »Boléro/Le Sacre du Printemps«.

Dem Komponisten Richard Strauss ist das Wochenende 14. und 15. Oktober 2017 gewidmet. Neben einer Aufführung von »Salome« und dem Melodram »Enoch Arden« steht die Masterclass von Brigitte Fassbaender, Intendantin des Richard-Strauss-Festivals Garmisch-Partenkirchen, im Mittelpunkt.

Als Kontrapunkt zum Reformationsjubiläum 2017 eröffnet am 30. September 2017 Giuseppe Verdis großes Historiendrama »Don Carlo« in der Regie von Jakob Peters-Messer die Opernsaison. In der tragischen Hauptfigur, interpretiert von Gaston Rivero, einem Schüler von Plácido Domingo, spiegelt sich der Konflikt aus Liebe, Macht und Politik in einer Welt, in der die katholische Kirche als Instanz die Verhältnisse kontrolliert. Mit der Premiere von Antonín Dvoráks »Rusalka« am 3. Dezember 2017 dreht sich alles um märchenhafte Wassernixen, Prinzen und Hexen. Die Regie übernimmt Michiel Dijkema, Regisseur von »Tosca« und »Faust«.

Der Leipziger Regisseur und Bühnenbildner Philipp J. Neumann wird Béla Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« im April 2018 inszenieren. Gezeigt wird der Operneinakter zusammen mit Leoncavallos »Pagliacci« in der Inszenierung von Anthony Pilavachi aus dem Jahr 2015.

Das Monteverdi-Jahr 2017 begeht die Oper Leipzig im Rahmen einer Koproduktion mit der Schaubühne Lindenfels in Leipzig. Am 2. September kommt die Musiktheater-Produktion »Au revoir, Euridice« zum ersten Mal zur Aufführung. Ausgangspunkt ist Monteverdis Oper »L‘Orfeo«, die Geburtsstunde der Operngeschichte.

Das Leitungsteam der Musikalischen Komödie setzt in der Saison 2017/18 neben den Klassikern des Operetten- und Musicalrepertoires auf unbekannte Stücke bekannter Meister. So knüpft am 14. Oktober 2017 »Die große Sünderin« von Eduard Künneke, Komponist von »Der Vetter aus Dingsda«, an die Reihe der Operettenentdeckungen an. Der Komponist Albert Lortzing ist aus Leipzig und aus dem Spielplan der Musikalischen Komödie nicht wegzudenken. Nach »Zar und Zimmermann«, »Waffenschmied« und »Wildschütz« zeigt die Musikalische Komödie ab dem 2. Juni 2018 seine Oper »Casanova«, die 1841 am Leipziger Stadttheater uraufgeführt wurde. Darüber hinaus ist es dem Haus gelungen, die Rechte für die europäische Erstaufführung des Musicals »Doktor Schiwago« zu bekommen. Das Musical, das auf dem Roman von Boris Pasternak beruht, wurde bereits in Sydney, Seoul und am Broadway gezeigt, bevor es am 27. Januar 2018 Premiere in Leipzig feiert.