Szene aus der Griechischen Passion in Essen. Foto: Matthias Jung

Szene aus der Griechischen Passion in Essen. Foto: Matthias Jung

Kein Mitleid für Flüchtlinge in Griechenland

Flüchtlingsoper, religionskritisch durchdrungene Menschheitsanalyse und ein großes Stück Musiktheater: Bohuslav Martinůs Griechische Passion findet immer öfter den Weg auf deutsche Opernbühnen. Am Ostersonntag in Essen.

Große Chöre, mitreißende Musik und ein packend erzähltes Flüchtlingsdrama: Am Ostersonntag, 27. März 2016, um 16:30 Uhr zeigt das Aalto-Musiktheater Bohuslav Martinůs Oper "Die griechische Passion". Die zwei vorerst letzten Gelegenheiten, diese Produktion zu erleben, gibt es dann am 6. April und 7. Mai 2016. In der nächsten Spielzeit steht die Oper nicht auf dem Spielplan. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Tomáš Netopil sind in den Hauptpartien Jeffrey Dowd als Manolios sowie Jessica Muirhead zu erleben.

Schauplatz der Handlung ist das griechische Dorf Lycovrissi. Dort laufen die Vorbereitungen für ein christliches Passionsspiel völlig aus dem Ruder. Die Teilnehmenden – darunter Manolios als Christus und Katerina als Maria Magdalena – setzen sich durch absolute Identifikation mit ihren biblischen Rollen auseinander. Doch als eine Gruppe von Flüchtlingen auftaucht und die Dorfbewohner um Hilfe bittet, stehen die christlichen Werte plötzlich auf dem Prüfstand. Ein jeder handelt seiner Rolle gemäß, und Manolios‘ Barmherzigkeit beginnt rasch, allgemeines Missfallen zu erregen. „Die griechische Passion“ ist das letzte Bühnenwerk von Bohuslav Martinů. Das Libretto basiert auf dem gleichnamigen Roman von Nikos Kazantzakis, dessen Erfolgsroman „Alexis Sorbas“ der Komponist ursprünglich hatte vertonen wollen.